Wirkungsbeobachtung: Verantwortung unserer Arbeit vor Ort
NETZ dokumentiert die Wirkungen der Arbeit der Menschen und Partner in Bangladesch kontinuierlich und systematisch. Quantitative Erhebungen und Fallanalysen zeigen: Die unterstützten Familien verbessern ihre Lebenssituation nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft.
Viele Familien im Projektschwerpunkt Ein Leben lang genug Reis können bereits innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach Projektbeginn ihr Einkommen steigern. Sie investieren in Viehzucht, bauen Rücklagen auf und schaffen Sicherheit für Krisenzeiten. Auch strukturelle Veränderungen werden messbar: Immer mehr Projektteilnehmerinnen nutzen staatliche Unterstützungsprogramme, nehmen Gesundheitsdienste in Anspruch oder erhalten Zugang zu Saatgut und Anbaumitteln.
Ein zentraler Bestandteil der Wirkungsbeobachtung ist die Analyse sozialer Veränderungen. NETZ begleitet Selbsthilfegruppen über mehrere Jahre und erfasst, wie Frauen Verantwortung übernehmen. Viele engagieren sich heute in lokalen Gremien, beteiligen sich an kommunalen Entscheidungsprozessen oder vertreten die Interessen ihrer Gemeinschaft gegenüber Behörden. Diese Entwicklungen lassen sich sowohl an Projektdaten als auch in externen, unabhängigen Studien nachvollziehen, die wir beauftragen. Sie bewerten die Programme als wirksam und effizient und zeigen, dass zentrale Ansätze über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben.
Im Bildungsbereich ist der Abbruch der Grundschule ein großes Problem. Im 2025 abgeschlossenen Projekt „Gemeinsam Lernen für das Leben“ an 80 staatlichen Grundschulen sank die Abbruchquote von zuvor über 25 Prozent auf 1,5 Prozent. Nahezu alle Kinder – 98 Prozent – wechseln nach Abschluss der Grund- auf eine weiterführende Schule.
Die gestiegene Qualität und die Einbindung von Elterngremien erhöhten zudem die Anwesenheitsrate der Lehrkräfte von zuvor 87 auf 100 Prozent. Auch die Schüler*innen gingen lieber zur Schule, ihre Anwesenheitsrate stieg von 71 auf 91 Prozent.
Für die Nachhaltigkeit wichtig: Der zweijährige Vorschulunterricht wird von staatlichen Stellen weitergetragen, und Lehrkräfte sowie Gemeinden setzen bewährte Praktiken eigenständig fort. In allen Projektbereichen arbeiten ehrenamtlich Engagierte auch nach Projektende weiter. Dies wird von Projektbeginn an geplant und macht NETZ-Projekte besonders nachhaltig.


