
Politischer Dialog und Vernetzung: Das haben wir 2025 erreicht
2025 blieb Bangladesch von anhaltender politischer Instabilität geprägt. Die Übergangsregierung konnte trotz verschiedener Bemühungen keine soziale und wirtschaftliche Stabilisierung erreichen.
Der Druck auf Frauen und Mädchen sowie auf indigene und religiöse Minderheiten nahm zu. NGOs berichteten von deutlichen Einschränkungen emanzipatorischer Programme. Die Women’s Affairs Reform Commission präsentierte zwar im April 2025 Vorschläge zur Stärkung von Frauenrechten, doch patriarchale Interessen blockierten deren Umsetzung. Gleichzeitig gelang es der Regierung nicht, Gewalt gegen Hindus und Bauls einzudämmen oder Kampagnen entgegenzutreten, die auf die Verdrängung indigener Identitäten abzielten.
Das Bangladesch-Forum rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, diese Gruppen stärker zu schützen – unter anderem im Rahmen von Delegationsreisen des Bundestags und des Europäischen Parlaments nach Bangladesch. Der Schutz von Frauen und Minderheiten war 2025 auch Schwerpunkt des Bangladesch-Forums bei Eingaben an die EU-Wahlbeobachtungsmission für die Parlamentswahlen im Februar 2026.
Angesichts wachsender Einschränkungen zivilgesellschaftlicher Räume im Globalen Süden beriet das Bangladesch-Forum zudem das Bundesentwicklungsministerium bei der Erstellung seiner neuen Strategie zur Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in Asien.
Doch Zivilgesellschaft gerät nicht nur durch autoritäre Regime unter Druck. Auch Kürzungen deutscher Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe schwächen sie. In politischen Gesprächen und durch öffentliche Aktionen wie einer Podiumsdiskussion und einer Briefaktion gab das Bangladesch-Forum die Unterstützung von Bürger*innen für die internationale Solidarität weiter.
Auch 2026 wird das Bangladesch-Forum weiterhin hervorheben, wie zentral eine starke Zivilgesellschaft für Entwicklung und Menschenrechte ist und dass sie eine entsprechende finanzielle Unterstützung voraussetzt. Zur UN-Klimakonferenz in Bonn 2026 wird das Forum zudem dafür eintreten, dass stark von der Klimakrise betroffene Länder wie Bangladesch wieder stärker in den Fokus rücken.
Das Bangladesch-Forum
Das Bangladesch-Forum vereint kirchliche Hilfswerke, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen, Wissenschaftler*innen sowie Mitglieder der Bangladeschischen Diaspora in Deutschland. Es setzt sich für die Anliegen der Zivilgesellschaft in Bangladesch ein. NETZ ist geschäftsführendes Mitglied.



