
Mädchenmannschaft gewinnt Primary Gold Cup
An einer staatlichen Grundschule im nordbangladeschischen Distrikt Kurigram hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Im Rahmen des Projekts Schule - aber sicher wurden Klassenräume ausgestattet, zusätzliche Unterrichtsräume geschaffen, Lernmaterialien bereitgestellt und ein Schulgarten angelegt. Gemeinsam mit den Projektpartnern wurde dabei auch ein besonderes Augenmerk auf Sport- und Freizeitangebote gelegt.
Denn Bildung bedeutet mehr als Lesen und Schreiben. Kinder brauchen Räume, um ihre Talente zu entdecken, Selbstvertrauen aufzubauen und gemeinsam Erfahrungen zu sammeln. Deshalb wurden Fußball- und Cricketteams für Mädchen und Jungen gegründet und die Schule mit Sportgeräten ausgestattet. Regelmäßige Trainingseinheiten ermöglichten den Kindern erstmals, ihre sportlichen Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln.
Für die Mädchen war dies ein besonders wichtiger Schritt. In ländlichen Regionen Bangladeschs sind traditionelle Rollenbilder oft noch stark ausgeprägt. Sport wird vielerorts eher als Betätigung für Jungen angesehen. Dennoch ließen sich die Schülerinnen
von diesen Hürden nicht aufhalten. Mit viel Einsatz und Teamgeist trainierten sie Woche für Woche.
Ihr Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Beim Grundschulturnier „Primary Gold Cup“ setzte sich das Team gegen die Mannschaften anderer Schulen der Gemeinde durch und wurde lokaler Meister. Auch auf Unterbezirk-Ebene überzeugten die Spielerinnen mit großem Einsatz und erreichten die Vizemeisterschaft. Für die Schule und das Dorf ist dies ein außergewöhnlicher Erfolg.
Die Wirkung dieses Erfolgs reicht weit über den Sportplatz hinaus. Die Mädchen haben gelernt, an ihre Fähigkeiten zu glauben und gemeinsam Ziele zu verfolgen. Sie sind zu Vorbildern für andere Kinder geworden und zeigen, dass Mädchen genauso erfolgreich sein können wie Jungen, wenn sie die gleichen Chancen erhalten.
Der Stolz über diesen Erfolg ist im gesamten Dorf spürbar. Mitglieder des Schulmanagementkomitees, Lehrkräfte, Eltern und andere Dorfbewohner*innen verfolgten die Spiele mit großer Begeisterung. Heute träumen die Schülerinnen davon, dass die Mädchen eines Tages auch auf Distriktebene antreten werden. Die Mädchenmannschaft hat nicht nur einen Pokal gewonnen – sie hat das Selbstverständnis einer ganzen Gemeinschaft gestärkt und gezeigt: Mädchen können das auch.



