
Ein Leben Lang genug Reis: Das haben wir 2025 erreicht
Parishamari ist ein Dorf wie viele im Süden Bangladeschs: kleine Häuser, karge versalzene Böden, Wasserbecken bis zum Horizont. Das Salzwasser der Garnelenzucht hinterlässt Spuren.
Für Molina Sana war es nicht möglich, hier eine Landwirtschaft und Lebensgrundlage aufzubauen. Ihre Familie lebte lange in extremer Armut. Doch vor drei Jahren organisiert sie sich gemeinsam mit anderen Frauen in einer Dorfgruppe und findet einen Weg in eine Zukunft ohne Hunger. Die Frauen erhalten Startkapital und investieren in Geflügel, Ziegen, Schafe oder kleine Geschäfte, je nachdem, was für sie und an ihrem Lebensort möglich ist. Heute bauen sie Obst und Gemüse an. Die Grundlagen lernen sie in Trainings und bringen gemeinsam ihr Dorf nach vorn.
Was klein beginnt, entfaltet große Wirkung. Dorfgruppen sind ein Grundprinzip im Projektansatz „Ein Leben lang genug Reis“. Sie bilden die Basis dafür, dass Frauen und Familien Einkommen erwirtschaften, Wissen sammeln und für ihre Rechte eintreten können. Molina Sana arbeitet weiter als Tagelöhnerin. Doch zusätzliche Einnahmen und der Anbau von Obst und Gemüse sichern ihre Existenz, auch wenn sie zeitweise keine Arbeit findet. Andere Mitstreiterinnen in der Gruppe verdienen Geld, indem sie Brennmaterial aus Viehdung herstellen oder einen Teestand betreiben. Als von Armut Betroffene wurden die Frauen im Dorf ausgegrenzt. Doch die Gruppe steht gemeinsam dagegen auf. So organisieren die Frauen zum Beispiel einen Streik, damit Frauen nicht nur halb so viel Tagelohn erhalten wie Männer. Rund 300 Tagelöhnerinnen bekommen nun mehr Geld für ihre Arbeit.
In den regelmäßigen Treffen diskutieren die Gruppenmitglieder auch Themen wie Kinderehen oder Mitgift. Sie sprechen mit Behörden über Straßen, Toilettenanlagen oder den Zustand der Deiche. „Politiker*innen kommen zu mir, weil ich für 25 Menschen Verantwortung trage“, sagt Molina Sana, jetzt Vorsitzende der Gruppe.
Ihr Blick ist nach vorn gerichtet. Sie möchte ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen: „Wir haben sehr gelitten. Ich will nicht, dass meine Kinder so aufwachsen müssen.“
Was wir 2026 vorhaben
Lokale NETZ-Partnerorganisationen nehmen mindestens 900 Frauen und ihre Familien neu in Projekte auf. Gemeinsam entwickeln sie Wege, vor Ort sichere und dauerhafte Existenzgrundlagen zu schaffen.




