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Begegnungsabend in Köln Stimmen der Stärke aus Bangladesch

Begegnungsabend Köln 8.6.2026

Am 8. Juni 2026 kamen im kleinen Pfarrsaal der Gemeinde St. Severin in der Kölner Südstadt rund 15 Unterstützer*innen und Interessierte aus Köln, Bonn, Aachen und der Umgebung zusammen, um beim Begegnungsabend von NETZ drei beeindruckende Gäste aus Bangladesch kennenzulernen. Der Abend bot persönliche Einblicke in das Leben im Klima-Hotspot Südbangladesch – und wurde zu einem intensiven Austausch über Herausforderungen, Widerstandskraft und gemeinsame Verantwortung.


Leben im Klima-Hotspot

Zum Auftakt gab Leonard Barlag (NETZ) eine Einführung in die vielschichtigen Klimafolgen in Bangladesch. Er erläuterte die regional unterschiedlichen Auswirkungen extremer Wetterereignisse und den Verlust von Lebensgrundlagen.

Im Anschluss stellten sich die drei Gäste vor: Jamuna Rani und Asmaul Husna, zwei engagierte Frauen aus den NETZ-Projekten, sowie Sukanta Sen, Leiter der Partnerorganisation BARCIK.


Vom Überleben zum Vorbild

Jamuna Rani und Asmaul Husna berichteten eindrücklich von ihrem Alltag im Süden des Landes. Beide lebten vor nur wenigen Jahren noch von weniger als 35 Cent pro Tag und haben erfahren, wie stark Klimakrise und soziale Ungleichheit miteinander verwoben sind. Heute sind sie zentrale Akteurinnen in ihren Gemeinden und unterstützen andere Frauen dabei, Perspektiven zu entwickeln.

Sukanta Sen hob diese Entwicklung besonders hervor: „Vor nur wenigen Jahren konnte Jamuna nicht frei sprechen, wenn mehr als zwei Fremde im Raum waren. Jetzt berichtet sie hier in Deutschland – einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht – von ihrem persönlichen Schicksal.“


Einsatz für Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen

Besonders eindrücklich schilderte Jamuna Rani die Situation in den Krabbenfarmen, wo viele Frauen unter schlechten Bedingungen arbeiten. Sie berichtete von ungleichen Löhnen und gesundheitlichen Belastungen – und davon, wie sie gemeinsam mit anderen eine Initiative für faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen gegründet hat.

Dabei bleibt es nicht bei Gesprächen: Jamuna organisiert politische Mitsprache und hat auch vor Streiks nicht zurückgeschreckt. Für ihren Einsatz wurde sie 2024 von der Distriktregierung ausgezeichnet.


Lokales Wissen als Schlüssel

Ein zentrales Thema des Abends war die Bedeutung von lokalem Wissen für nachhaltige Lösungen. Sukanta Sen betonte: „Die Menschen sind finanziell arm, aber kulturell und sozial reich. Das möchten wir zeigen und fördern.“

Ein konkretes Beispiel dafür sind Saatgutbanken, die von den Frauengruppen organisiert werden. Die Frauen sammeln und lagern samenfestes, salzresistentes Saatgut aus eigenem Anbau. Dieses wird innerhalb der Gruppen geteilt und für zukünftige Aussaat aufbewahrt. So entsteht Unabhängigkeit von industriellem Saatgut – und gleichzeitig die Möglichkeit, landwirtschaftliche Praktiken an lokale Bedingungen anzupassen. Diese Form der Zusammenarbeit stärkt nicht nur die Ernährungssicherheit, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und das Selbstbewusstsein der Beteiligten.

Besonders die persönlichen Schicksale der Frauen bewegte die Anwesenden sehr. Ihre Geschichten, ihr Mut und ihr Engagement stießen auf große Anteilnahme. Gleichzeitig wurden immer wieder die enorme Stärke und Widerstandskraft der Menschen in Bangladesch hervorgehoben. Trotz schwieriger Bedingungen gelingt es ihnen, Lösungen zu entwickeln und Hoffnung zu bewahren.

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