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Hirschauer Bangladesch-Projekt startet mit neuer Energie in die Zukunft

NETZ Süd geht in NETZ über

Tübingen-Hirschau. Nestle-Schürzen, handgehäkelte Glückswürmchen, Informationen zu Bangladesch und natürlich ein üppiges Kuchenbuffet – all das fanden die etwa vierzig Besucherinnen und Besucher, die im Katholischen Gemeindehaus St. Urban der St. Ägidius Gemeinde in Tübingen-Hirschau letzten Samstag zusammenkamen. Anlass war die Planung ihrer nächsten Aktivitäten in einer über drei Jahrzehnte bestehenden Partnerschaft mit Menschen in Bangladesch, die schon ganz Tübingen mobilisierte.

Doch Engagierte aus drei bis vier Generationen wollen es dabei keinesfalls belassen, sondern sich weiter für Menschen einsetzen, die unverschuldet Hunger leiden müssen. Ihr langfristiges Ziel, das keinesfalls unmöglich scheint mit all dem Engagement der Vergangenheit und dem Interesse bei dem Treffen: Hirschau möchte so viele Familien unterstützen, wie die Tübinger Gemeinde selbst Einwohner hat. Ideen für weitere Aktionen gibt es genug. So wurde schon auf dem Treffen vereinbart, dass in diesem Jahr ein Weihnachtsmarkt für Bangladesch im Gemeindehaus stattfinden soll. Und das ist keineswegs nur eine katholische Initiative: Ökumenisch soll es auf jeden Fall sein, und auch die muslimische Gruppe vor Ort möchte mitmachen. Das beeindruckende Miteinander zeigte deutlich: Das Engagement für die Menschen in Bangladesch lebt weiter und gewinnt neue Kraft.

Dass die Hilfe aus Hirschau vor Ort auch ankommt und mit lokalem Engagement und Verankerung in Bangladesch umgesetzt wird, dafür steht weiter der langjährige Verbündete, der Verein NETZ Bangladesch. Dieser setzt sich beständig und anerkannt für Menschenwürde in Bangladesch und Indien ein. Neuigkeiten aus der Arbeit stellt anhand des gerade erschienenen Jahresberichts dessen Geschäftsführer, Dr. Max Stille, den Anwesenden vor. Besonders die Region im Südwesten Bangladeschs sei aktuell ein Schwerpunkt, da dort die Klimakrise sich besonders schlimm auswirke. Doch auch im letzten Jahr konnten im Projektschwerpunkt Ein Leben lang genug Reis über 85.000 Menschen schwierigen Bedingungen zum Trotz den Hunger überwinden, berichtet Stille, der selbst oft in Bangladesch ist. Auch bedankt er sich im Namen der vielen Menschen, die von dort Unterstützung bekommen haben, bei den Mitgliedern des Vereinsablegers "NETZ Baden-Württemberg". Im Sinne der Verschlankung von Strukturen schließt dieser Zweig nach 30 Jahren. Die Engagierten möchten unter dem Dach von NETZ weitermachen, wofür einige direkt Mitgliedsanträge ausfüllen.

Den Anstoß für die Gründung gab einst eine persönliche Begegnung mit Begum Rokeya, der Geschäftsführerin einer NETZ-Partnerorganisation in Bangladesch. Ihre Berichte aus dem Programm „Ein Leben lang genug Reis“ bewegten viele Menschen in Hirschau zum Handeln. Gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und der katholischen Kirchengemeinde St. Ägidius entstand ein tragfähiges Netzwerk, das bis heute Menschen in Bangladesch unterstützt und die Verbundenheit zwischen beiden Ländern lebendig hält.

Das aktuelle Treffen knüpfte nahtlos an diesen Geist an. Das Netzwerk rund um Tübingen-Hirschau verfügt nicht nur über eine starke Geschichte, sondern auch über eine vielversprechende Zukunft. Mit neuen Ideen, engagierten Menschen und einer breiten Unterstützung vor Ort bleibt die Solidarität mit Bangladesch lebendig.


Jede*r kann aktiv werden - überall

Wer sich mit NETZ engagieren, seine Fähigkeiten einbringen, Neues lernen und zu mehr Gerechtigkeit in der Welt beitragen möchte, kann das jederzeit tun. In ganz Deutschland sind Menschen mit NETZ aktiv. Auf unserer digitalen Engagement-Karte finden sich regionale Gruppen und Engagierte, die direkt kontaktiert werden können. Oder man startet eine eigene Aktion - NETZ-Referent*innen unterstützen dabei gerne.

Bangladesch Treffen Hirschau

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Gwendolyn Bömeke

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