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Trockener Boden

Gemeinsam für das Recht auf Land Der Klimawandel und die Landlosen

Schwerpunkt Klimagerechte Zukunft

Projektstatus 2020-2023

Dringend benötigte Mittel € 161.818

„Wir Tagelöhner arbeiten ein Leben lang in der Landwirtschaft. Aber nie frei – sondern stets für die, denen die Felder gehören.“

„Der Boden ist karg und trocken. Doch selbst wenn genug Wasser käme: Das Land gehört uns nicht.“

Farida Yeasmin aus Bangladesch und Sima Soren aus Indien leben zwar nicht im selben Land, doch ihre Lebensrealitäten sind die gleichen. So wie bei Millionen weiteren Menschen in Südasien. Durch rapide und heftige Auswirkungen des Klimwandels gehen dort Ressourcen – vor allem Land für den Nahrungsmittelanbau – verloren. Die Lebensgrundlage vieler ist bedroht. Für Landlose, Tagelöhner*innen, indigene Gruppen, religiöse Minderheiten und Menschen in extremer Armut ist das in vielfacher Hinsicht fatal: Im Machtkampf um knapper werdende Resourcen und eigenes Land haben sie kaum eine Chance. Stattdessen drohen ihnen Gewalt und Vertreibung.

Allein können die Betroffenen wenig ändern. Doch gemeinsam können sie ihre Stimme erheben. Und auch länderübergreifend Gerechtigkeit einfordern.

Land zum Pflanzen ist eine immer knapper werdende Ressource.
Der Raum wird eng; auch weil große Infrastrukturprojekte Land nehmen.
Vor allem Indigene, Frauen und benachteiligte Menschen werden von ihrem Land vertrieben.
Der Zugang zu Land für den Anbau für die am meisten benachteiligten Menschen ist entscheidend.
Eigenes Land - für ein Leben in Würde.

Ressourcen werden knapp

Ob Armut wirkungsvoll bekämpft werden kann, hängt vom Zugang zu Resourcen ab, allem voran der gerechten Verteilung von Land. Doch das wird infolge von Raubbau und den Folgen des klimawandels immer knapper – im dichtbevölkerten Bangladesch wie auch in zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde, Indien. Die Folge des Ganzen: Gewaltsame Konflikte um Resourcen brechen in klimagebeutelten Regionen aus. Dabei haben die Schwächsten nur eine Chance, wenn sie ihre Rechte kennen und diese gemeinsam und solidarisch miteinander von Behörden einfordern können.

NETZ und Partner unterstützen die am meisten benachteiligten Menschen im Kampf gegen Landraub und fördern den Dialog mit staatlichen Entscheidungsträgern – für nachhaltige, gerechte Lösungen. Die Betroffenen erhalten Zugang zu staatlichen Sozialsicherungsleistungen und zu eigenem Land zum Kultivieren. Korruption wird entgegengewirkt, die Diskriminierung religiöser und indigener Minderheiten gestoppt.

Zugang zu Informationen

Farida Yeasmin und Sima Soren leben beide in weit abgelegenen Regionen in Westbangladesch und Ostindien, die sich ähneln: staubtrocken im Sommer, karg und rauh im Winter. Beide Frauen zählen zu den Landlosen, ihre kleinen Häuser stehen an Flussufern. Also auf Land, das ihnen nicht gehört, das aber auch niemand will – weil schon beim nächsten Hochwasser alles zerstört werden kann. Beide arbeiten als Tagelöhnerinnen in der Landwirtschaft, dem einzigen Weg, dort Geld zu verdienen. Sie pflanzen Reis, jäten Unkraut und sammeln Fisch für wohlhabende Großgrundbesitzer*innen. Dass sie einmal eigenes Land besitzen und dieses selbstständig bewirtschaften können, hätten sie nie zu träumen gewagt.

Das NETZ-Projekt eröffnet Menschen, die in extremer Armut leben und oftmals ohne jegliche Bildung aufgewachsen sind, Zugang zu wichtigen Informationen. In Schulungen erfahren sie von ihren Rechten als Bürger*innen, darunter Renten- und Sozialleistungen, und vor allem: wie sie als Bäuerinnen Zugang zu staatlichem Land bekommen. Sie stellen Anfragen an Behörden und können mithilfe lokaler Menschenrechtsschützer einfordern, was ihnen zusteht.

Mit anderen Frauen in der Region haben Farida Yeasmin und Sima Soren eigenes Land gefordert. Sie wurde abgewiesen und haben es erneut versucht, mit immer größerer Unterstützung aus der Bevölkerung. Bis die Behörden ihnen ihr Recht zugestanden und ihnen jeweils einige Hektar Ackerland zugesprochen haben. Farida Yeasmin hat dort erfolgreich Reis gepflanzt. Sie muss nun für das Essen für ihre Familie keine teuren Körner mehr auf dem Markt kaufen. Die einst vom Hunger gezeichnete Frau ist stolz, denn sie kann sich nun selbst versorgen. Sima Soren hat mit mehreren Frauen aus ihrem Dorf ein großes Stück Land erhalten. Dort bauen sie gemeinsam Gemüse an und haben ein Begegnungszentrum für arme Menschen errichtet, die Hilfe brauchen. Und endlich kann Sima Soren voller Stolz sagen: Das ist mein Land.

Sichtbar machen, was passiert

Das länderübergreifende Projekt setzt ein Zeichen: Da Klimawandel und Menschenrehtsverletzungen über Grenzen hinweg geschehen, wird die Solidariät der Betroffenen ebenso grenzüberschreitend gestärkt. Familien in Bangladesch und Indien setzen sich für eine gerechte Resourcenverteilung ein und können ihre Erfahrung bei Treffen austauschen. Die Erkenntnisse werden in Studien zusammengefasst und veröffentlicht. So wird international sichtbar, was vor Ort passiert. Eine starke Zivilgesellschaft entwickelt sich, und bei staatlichen Entschiedungsträger*innen wird die good governance gestärkt. Denn gerecht heißt: gleiches Recht für alle.

Für das Recht auf Land - zum Leben und Arbeiten.

Unsere Prinzipien

Partnerschaft

Das Projekt wird länderübergiefend in Bangladesch und Indien umgesetzt; es fördert den Süd-Süd-Austausch zwischen beiden Ländern.

Partizipation

Frauen nehmen wichtige Rollen in ihren lokalen Gemeinden ein. Sie treten mit politischen Entscheidern in Dialog und fordern ihre Rechte ein.

Empowerment

Einst besitzlose Familien erhalten Zugang zu Land, das ihnen rechtmäßig zusteht. Das stärkt ihre Identität und ihre gesellschaftliche Stellung.

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10 Frauen eine zweitägige Fortbildung zu klimagerechter Landwirtschaft

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Philipp Kappestein

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