
Menschenrechte verteidigen: Das haben wir 2024 erreicht
In politisch instabilen Zeiten drohen weiterhin Machtmissbrauch und Diskriminierung. Umso mehr braucht es Menschen und Gruppen, die für die Rechte aller eintreten.
Salieha Khatun macht etwas, mit dem einige Bewohner*innen in der Nachbarschaft ihres Dorfes Nachole ein Problem haben: Sie spielt Fußball. Und zwar sehr gut. Die Jugendliche schießt in ihrer Freizeit viele Tore, wird aber kritisiert, weil das anzüglich sei. Erst Ende des Jahres haben religiöse Eiferer einen Fußballplatz in Joypurhat gestürmt und die Frauenmannschaften gewaltsam gezwungen, mit dem Spielen aufzuhören. Doch verbieten lässt sich Salieha das nicht. Im Gegenteil: Sie tritt für ihre Rechte ein und unterstützt andere Mädchen dabei, sich in einer männerdominierten Gesellschaft nicht unterkriegen und bevormunden zu lassen.
Ob es Mädchen sind, die nicht allein das Haus verlassen dürfen, Indigene, die von ihrem Land vertrieben werden oder andere gewaltsame Konflikte: Menschenrechtsverteidiger*innen, also Ehrenamtliche aus der Mitte der Dorfgemeinschaft, arbeiten im Projektschwerpunkt von NETZ daran, jene zu stärken, die keine Macht haben und ihrer Rechte beraubt werden. Die Aktiven sind Ansprechpartner*innen vor Ort, sie unterstützen Opfer und transformieren gewaltfrei Konflikte. Sie verhindern Kinderehen, greifen bei häuslicher Gewalt ein und vermitteln bei praktischen Problemen wie fehlendem Wasser- oder Wegezugang. In regelmäßigen Treffen arbeiten sie zu den Themen und bilden sich fort.
Menschenrechts-AGs, die im Rahmen des Projektschwerpunkts an weiterführenden Schulen gegründet werden, legen den Grundstein dafür, dass die nachkommende Generation sich mit großen gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigt. Sexuelle Belästigung, der Ausschluss von gesellschaftlichen Gruppen und Menschen in Armut, religiöse Konflikte – die Heranwachsenden setzen sich damit auseinander und suchen Wege für eine friedliche Gesellschaft.
Was wir 2025 vorhaben
Menschenrechte sind gerade im aktuellen politischen Übergang Bangladeschs von zentraler Bedeutung. Da Unrecht, Machtmissbrauch und Konflikte immer wieder neu aufkommen, müssen Frauen, Mädchen und marginalisierte Gruppen gestärkt werden. Wir möchten daher 550 Menschenrechtskomitees und 116 Sekundarschulen neu unterstützen.






