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Hoffnung in Zeiten des Klimawandels

Wenn man in das Dorf von Anesa Khatun in der Region Dinajpur fährt, bieten die golden schimmernden Reisähren auf der einen Seite der Straße einen wunderschönen Anblick. Auf der anderen Seite sind die Halme grau und ohne Glanz. Denn sie wurden vor wenigen Wochen zum zweiten Mal in diesem Jahr überflutet – lange nach der Regenzeit. Es ist bereits Ende November.

„Die Nachbarn haben mich mitten in der Nacht geweckt, um mich vor der Flut zu warnen“, erzählt Anesa Khatun. „Ich konnte meine Kinder und die allerwichtigsten Sachen gerade noch nach oben auf die Straße retten. Das Feuerholz konnte ich nicht mitnehmen.“ Das Leben der alleinerziehenden Mutter ist von den Naturgewalten geprägt: „Früher wohnten wir auf der Flussinsel. Doch der Fluss hat unser Land überspült. Die Bambusstangen und das Blech haben wir mitgenommen und hier wieder aufgebaut.” Seitdem kämpft die Frau täglich darum, ihre zwei Kinder satt zu bekommen. Und doch liegt hier ihre einzige Chance auf ein neues Zuhause.

„Die Armut im Land ist durch die Corona-Pandemie deutlich angestiegen“, sagt NETZ-Geschäftsführer Max Stille, der die NETZ-Projekte im Norden Bangladeschs erstmals seit Pandemiebeginn wieder besuchen konnte. Und doch gebe es auch viel Grund zum Optimismus: „Die Frauen in den Dörfern setzen ihren Kampf gegen die Armut fort. Weil sie sich in unseren Projekten gegenseitig helfen und NETZ mit seinen Partnern weiterhin schnelle und langfristig angelegte Unterstützung leistet.“

Während seiner Reise erfuhr Max Stille allerdings aus erster Hand, wie drastisch sich der Klimawandel dort inzwischen auswirkt. „Ich war völlig überrascht, auch jetzt zu dieser Zeit Überschwemmungen zu sehen”, sagt er. Eine zweite Flut hat hier die Existenz vieler zehntausend Menschen gefährdet und gar zerstört.

So wie Anesa Khatun. Der einzige Ort, an dem sie mit ihren beiden Kindern leben kann, ist die Böschung zwischen Fluss und Straße. Sie muss allerdings dringend Bäume zwischen ihrem Haus und dem Flussufer pflanzen, um ihr Zuhause vor Bodenerosion zu schützen. Dahinter möchte sie einen Gemüsegarten anlegen für die eigene Ernährung. Und zwar so, dass er durch die wiederkehrenden Fluten nicht mehr so einfach zerstört wird. Baumsetzlinge kann sich Anesa Khatun jedoch ebenso wenig leisten wie Kleidung für ihre Kinder oder Hausreparaturen. Sie bekommt kein Geld dafür, dass sie bei einer anderen Familie täglich putzt und wäscht. Nur etwas Reis und übriggebliebenes Essen. Es ist also wie mit der Klimakrise im Ganzen: Die Zeit drängt und Lösungen sind da. Aber es braucht jemand mutigen, der sie umsetzt.

Diese Mutigen sind in den vielen Tausend Dorfgruppen organisiert, die durch NETZ-Projekte gegründet wurden. Die Frauen können alle von ähnlichen Schicksalen wie Anesa Khatun berichten – nur sind jene inzwischen Vergangenheit. In den Projekten haben die Teilnehmerinnen Gemüsesamen, Baumsetzlinge und Trainings zu klimaresistenter Landwirtschaft erhalten und konnten sich Schritt für Schritt ein dauerhaftes Einkommen aufbauen.

“Ich weiß, dass es Anesa Khatun in drei Jahren genauso gut gehen kann”, sagt Max Stille. „Sie ist absolut entschlossen, es zu schaffen – allein für ihre Kinder.“ Sie brauche einzig eine Starthilfe und Unterstützung durch eine Frauengruppe. Bis zum Jahresende will NETZ neben Anesa Khatun und ihren Kindern noch 3900 weitere Familien aus der Flutregion in das Projekt aufnehmen.

Anesa Khatun vor ihrem Haus

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