Startseite
Jetzt spenden

Macht mit: Briefaktion gegen Kürzungen
Jetzt aktiv werden!

Die Bundesregierung plant massive Einschnitte bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe. Das hätte fatale Folgen für Millionen Menschen weltweit – und für unsere gemeinsame Arbeit. Deshalb rufen wir zum Handeln auf: Schreibt jetzt Briefe an Bundestagsabgeordnete. Setzen wir ein starkes Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit!

Briefvorlage gegen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit

Download
Mitmachen ist einfach!

Wer für Euren Walhkreis im Bundestag sitzt, lässt sich leicht über die Wahlkreissuche herausfinden: Gebt einfach Eure Postleitzahl ein.

Ladet oben die Briefvorlage herunter, tragt den Namen Eures*Eurer Abgeordneten ein, passt die Vorlage kurz an - und schickt Euren Appell nach Berlin!

Wichtig: je früher die Briefe verschickt werden, desto besser: Die Verhandlungen laufen.

Warum jetzt handeln?

Globale Gerechtigkeit und Solidarität stehen politisch unter Druck. Die geplanten Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe bedrohen Existenzen: Partnerorganisationen geraten in Not, zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen, lebenswichtige Projekte müssen vielleicht eingestellt werden.

Gleich zwei Bundeshaushalte – für 2025 und 2026 – werden jetzt im Bundestag verhandelt. Beide sehen Kürzungen bei der globalen Solidarität vor. Der Entwurf für 2026 liegt nun vor und wird in den kommenden Wochen verhandelt, bevor im September die erste Lesung im Bundestag stattfindet. 

In den kommenden Tagen und Wochen wollen wir Abgeordnete daher direkt ansprechen und öffentlich sichtbar machen, was auf dem Spiel steht – und was wir fordern.

Unsere Botschaft ist klar: Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe haben Rückhalt in der Gesellschaft. Globale Solidarität darf nicht weiter gekürzt werden!

Was kann ich tun?

Gemeinsam mit unserem Dachverband VENRO rufen wir dazu auf, Briefe an Bundestagsabgeordnete zu schreiben – vor allem an Abgeordnete der Regierungskoalition aus SPD und CDU/CSU. Die Briefvorlage oben dient als Grundlage - passt sie aber gerne an, zeigt, dass es Euch ganz persönlich ein wichtiges Anliegen ist, dass Ihr Euch engagiert.  

Mit Euren Briefen senden wir ein klares Signal: Kürzungen auf Kosten der ärmsten Menschen sind nicht hinnehmbar. Viele Menschen in Deutschland unterstützen Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe – dieser Rückhalt muss auch in der Politik ankommen.

Eine Briefaktion macht Engagement greifbar und stärkt unsere Stimme im politischen Raum. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer die Wirkung. Dokumentiert bitte wen ihr kontaktiert habt in dieser Umfrage von VENRO.

Weitere Ideen, um aktiv zu werden

Wenn ihr über die Briefaktion hinaus aktiv werden wollt, gibt es viele weitere Möglichkeiten, aktiv zu werden – hier ein paar Ideen:

  • Mitglieder des Bundestags um ein Gespräch bitten:

    Ein persönliches Gespräch wirkt oft stärker als ein Brief. Vereinbart einen Termin mit eurer*m Abgeordneten im Wahlkreisbüro und erklärt direkt, warum ihr die Kürzungen nicht unterstützt.

  • Postkartenaktion von ONE:

    ONE stellt digitale Postkarten bereit, die ihr direkt an die Berichterstatter*innen über den Etat des Entwicklungsministeriums (BMZ) senden könnt. Sie sind zentrale Figuren in der Verhandlung des Etats für die Entwicklungszusammenarbeit. Die Karten sind online mit wenigen Klicks zusammengestellt und abgeschickt. Jetzt mitmachen: Postkarte gegen Kürzungen abschicken

  • Unterschriftenaktion von ONE, Global Citizen und VENRO:
    Unterzeichnet den Appell an die Regierungsparteien, in dem ein Stopp der geplanten Kürzungen gefordert wird. Jede Unterschrift stärkt den öffentlichen Druck. Jetzt unterschreiben: Appell gegen Kürzungen unterstützen

  • Protestaktion vor dem Büro eures Abgeordneten im Bundestag organisieren:
    Kreative, friedliche Protestaktionen vor Wahlkreisbüros machen lokal auf die Kürzungen aufmerksam. Ladet Pressevertreter*innen ein und nutzt die Aktion für starke Bilder in den Medien.

  • Aushänge in Schaufenstern und Schaukästen:
    Informiert euer Umfeld mit Plakaten oder Aushängen an gut sichtbaren Orten – z. B. in Gemeindehäusern, Weltläden oder Kulturzentren. So erreicht ihr auch Menschen außerhalb eurer direkten Netzwerke.

  • Hinweise in Gemeindebriefen:
    Viele Kirchengemeinden veröffentlichen regelmäßig Gemeindebriefe – nutzt diese Plattform, um über die Kürzungspläne zu informieren und zum Mitmachen aufzurufen.

  • Social Media & lokale Medien:
    Wer möchte, kann die Aktion zusätzlich über Social Media sichtbar machen oder lokale Medien einbinden. Jede Stimme zählt – jetzt!

    • So ist NETZ betroffen

      Die Kürzungen für NETZ betragen laut der uns übermittelten Planungen für 2026 etwa 40%. Nicht zugesagt wurde ein dringend notwendiges mehrjähriges Projekt im vom Klimawandel besonders betroffenen Südbangladesch. Dieses sollte über 20.000 Menschen, vor allem Frauen, in ihrem Kampf aus der extremen Armut unterstützen. Sie drohen nach anfänglichen Erfolgen nun wieder in Situationen zu rutschen, die heißen: Abhängigkeit, Mangelernährung, kein Zugang zu sauberem Wasser, kurz: keine selbstbestimmte Zukunft. Nicht zugesagt wurde auch ein Projekt, das über 10.000 Kindern die Möglichkeit auf Grundschulbildung bieten sollte. Eine verpasste Chance für ihre Leben und die Zukunft.

    • Weitere Informationen

        Die folgenden, von VENRO zusammengestellten, Informationen, helfen die politische Entwicklungen einzuordnen und Forderungen zu begründen. Nutzt sie gerne für Eure Argumentation in Briefen oder Gesprächen mit Abgeordneten des Bundestags.

        Wie entwickeln sich die Etats für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Entwurf des Bundeshaushalts 2026?

        Der Entwurf sieht vor, dass der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf 9,94 Milliarden Euro sinken soll. Das ist ein weiteres Minus von mehr als drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und von mehr als elf Prozent im Vergleich zu 2024. Es wäre zudem der vierte Haushalt in Folge, in dem der Etat des Ministeriums sinkt.

        Für die humanitäre Hilfe stagniert der Titel für „humanitäre Hilfsmaßnahmen im Ausland“ bei rund einer Milliarde Euro im Vergleich zum Haushaltsentwurf 2025. Im Vergleich zu 2024 bleibt es damit bei einem Rückgang der Mittel um 53 Prozent.

        Die Analyse von VENRO zu diesem beispiellosen Rückgang der Mittel für humanitäre Hilfe im Haushaltsentwurf 2025 findet Ihr hier.

        Welchen Stellenwert haben Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Haushalt?

        Der Anteil von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe am gesamten Haushaltsvolumen würde in 2026 auf den jeweils niedrigsten Stand seit 2010 fallen. Auf das BMZ entfielen nur noch 1,98 Prozent, auf die humanitäre Hilfe gar nur 0,2 Prozent.

        Wie entwickelt sich die Finanzierung der Arbeit privater Träger und der Kirchen?

        Der Titel für Vorhaben privater deutscher Träger, darunter fallen vor allem zivilgesellschaftliche Akteure, soll um weitere vier Prozent auf 192 Millionen Euro fallen. Im Vergleich zu 2024 beliefen sich die Kürzungen auf über 35 Millionen Euro (rund 15 Prozent). Betroffen sind davon rund 280 Organisationen, die bis zu 1.000 vom Bund finanzierte Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit umsetzen.

        Die Förderung der entwicklungspolitischen Vorhaben der Kirchen soll um zwölf Millionen Euro, ebenfalls rund vier Prozent, sinken.

        Diese Entwicklung läuft den öffentlichen Äußerungen und strategischen Konzepten der Bundesregierung zuwider. Dort wird regelmäßig eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren in Aussicht gestellt. Bei sinkenden Budgets ist das jedoch schwer vorstellbar.

        Wieso sind Kürzungen bei diesen Akteuren kritisch?

        Zivilgesellschaftliche Akteure wie Nichtregierungsorganisationen, die Kirchen und andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, arbeiten im Gegensatz zu anderen Akteuren politisch neutral, nach humanitären Prinzipien und nicht gewinnorientiert. Außerdem sind sie fachlich sehr gut aufgestellt und arbeiten mit lokalen Partnern, weshalb sie vor Ort besonders gut vernetzt sind – insbesondere im Vergleich zu staatlichen Akteuren. Sie schießen zudem in aller Regel signifikante Eigenmittel in der Projektarbeit zu, wodurch sich Projektvolumina über die staatliche Finanzierung hinaus deutlich erhöhen.

        Was sind Verpflichtungsermächtigungen und warum sind sie wichtig?

        Verpflichtungsermächtigungen im Haushalt haben den Sinn, dass auch in den Folgejahren Haushaltsmittel für Projekte bereitgestellt werden müssen. Sie ermächtigen die Regierung wortwörtlich dazu, Verpflichtungen für die Folgejahre einzugehen. So werden mittelfristige Investitionen in z.B. humanitäre Infrastruktur ermöglicht und Finanzierungssicherheit für mehrjährige Projekte geschaffen.

        Wie entwickeln sich die Verpflichtungsermächtigungen im Haushaltsentwurf 2026?

        In der humanitären Hilfe steigen die Verpflichtungsermächtigungen im Vergleich zum Haushaltsentwurf 2025 um beinahe 35 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Auch beim Etat für Krisenprävention und Friedensförderung steigen sie, hier um knapp unter 19 Prozent. Das ist ein wichtiger Schritt zu einer stabilen Finanzierung, aber auf weiterhin extrem niedrigem Niveau im Vergleich zu 2024.

        In der Entwicklungszusammenarbeit hingegen sinken die Verpflichtungsermächtigungen im Vergleich deutlich ab. Beim Titel für private Träger sind es fast zehn Prozent weniger. Auch beim zivilen Friedensdienst sinken sie um zehn Prozent. Den größten absoluten und prozentualen Rückgang sehen die Kirchen: In ihrem Titel sinken die Verpflichtungsermächtigungen um 30 Millionen Euro bzw. 12,5 Prozent.

        Was braucht es von der Politik nun?

        Der Bundesregierung fehlt es aktuell am Verständnis für den Wert von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe in einer zunehmend polarisierten und von Krisen erschütterten Welt. Zwar äußern sich Vertreter*innen der Regierung wie Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan, Außenminister Johann Wadephul und auch Finanzminister Lars Klingbeil immer wieder positiv zum Wert internationaler Zusammenarbeit, ohne eine ausreichende Finanzierung bleiben diese Aussagen jedoch Lippenbekenntnisse.

        Das Parlament sollte die geplanten Kürzungen im Haushaltsgesetz für beide anstehenden Haushalte korrigieren und mindestens 2,5 Milliarden Euro für die humanitäre Hilfe beim Auswärtigen Amt und 11,2 Milliarden für das BMZ bereitstellen. Zudem sollte der Titel für Projekte privater Träger im Etat des BMZ auf mindestens 250 Millionen Euro steigen. So würde die Bundesregierung ihrem selbstformulierten Anspruch an eine Ausweitung der Zusammenarbeit gerecht werden.

        Alle relevanten Titel und deren Entwicklung im Haushaltsentwurf 2026 sowie Einschätzungen zu den Auswirkungen findet Ihr in der Analyse des Haushaltsentwurfs auf venro.org.

        Ebenfalls findet Ihr dort eine Analyse zum Haushaltsentwurf 2025, eine Analyse der Entwicklung der Öffentliche Entwicklungsleistungen sowie die aufbereiteten Ergebnisse einer Umfrage unter unseren Mitgliedern zu den Auswirkungen der Zerschlagung von USAID.


    Ansprechpartner

    Foto_Dirk_240.jpg

    Hallo, ich bin Dirk Saam und berate euch gerne bei Fragen zur Briefaktion.

    Briefvorlage gegen Kürzungen