
Frauengruppe ist gewappnet
Die Dorfgruppe Parishamari Nagorik aus der Region Khulna im Süden Bangladeschs zeigt sich als beeindruckend widerstandsfähig und erzielt spürbare wirtschaftliche Fortschritte. Besonders bemerkenswert ist das angesichts der starken Belastung durch Versalzung und Zyklone, die die Region prägen. Zuletzt hat der Zyklon Remal im Mai 2024 starke infrastrukturelle Schäden verursachte: Der Damm, in dessen Nähe die Teilnehmerinnen leben, brach in Folge des Zyklons und ihre Häuser waren für 2 bis 3 Tage überflutet. Häuser wurden teilweise zerstört und Vieh erkrankte und starb in einigen Fällen.
Doch die Gruppe ist auf Risiken gut vorbereitet. Im Rahmen von Schulungen zu Katastrophenmanagement und Vorbeugung durch die Partnerorganisation Agrogoti hat jede Teilnehmerin für ihre Familie einen individuellen Katastrophen-Aktionsplan erstellt. Gemeinsam haben sie ihre Häuser durch Verstrebungen verstärkt und, wo möglich, durch Erdaufschüttungen ihre Lage erhöht.
Bei ihren Treffen spart die Gruppe wöchentlich kleine Beträge. So sorgen sie dafür, dass in Notzeiten keine Produktivmittel verkauft werden müssen. Zusätzlich werden Einnahmen durch kleine Verkäufe, wie zum Beispiel von Eier, in einer eigenen Katastrophen-Bank gespart.Auch eine Reisbank und eine Saatgut-Bank gibt es, wodurch allen Gruppenmitgliedern Samen und günstiger Reis in oder nach Krisenzeiten zur Verfügung stehen. Der Reis aus der Reisbank wird auch verkauft. So entsteht ein kleiner Fond auf Gruppenebene, aus dem sich Teilnehmerinnen in schweren Zeiten zinsfrei einen kleinen Kredit nehmen können.
Gemeinsam mit den freiwilligen Katastrophenhelfer*innen, die im Rahmen des Projekts Ein Netzwerk gegen Krisenzeiten ausgebildet wurden, hat die Gruppe neue Verbindungen geknüpft. Das stärkt ihre Reaktionsfähigkeit in Krisensituationen.
All diese Maßnahmen versetzen sie in eine starke Ausgangsposition, um künftigen Krisen mit Widerstandskraft zu begegnen.



