"Wir werden unsere Rechte nicht aufgeben" Tausende Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit

Mehrere Tausend Frauen versammelten sich im Mai in Dhaka, um von der Regierung Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Minderheiten sowie gegen die laufende Desinformationskampagne gegen die Kommission für Frauenrechtsreformen zu fordern. Die Demonstrantinnen betonten, dass auch die Instrumentalisierung religiöser Werte zur Schürung von Angst gestoppt werden müsse.
Textilarbeiterinnen, Hausangestellte, indigene und Dalit-Frauen, Studentinnen, Lehrerinnen, Sexarbeiterinnen sowie Mitglieder der Hijra- und geschlechtsdiversen Gemeinschaften forderten während des „Frauenmarschs für Solidarität“ gemeinsam Gerechtigkeit, Würde und Gleichberechtigung.
Zu den Hauptforderungen gehörte eine Frauenquote von 33 Prozent bei den bevorstehenden Wahlen sowie die Forderung an die Übergangsregierung, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um Frauen und marginalisierte Gemeinschaften durch Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Initiativen zu stärken.
Die Erklärung wurde von verschiedenen Frauen verlesen, darunter auch eine Vertreterin der indigenen Gemeinschaft. „Rechte werden nicht gewährt, sie müssen eingefordert werden – und wir haben keine Angst, sie einzufordern“, hieß es in der Erklärung.
Das Programm begann mit der Nationalhymne und setzte sich mit kulturellen Darbietungen fort, die Solidarität und das Zusammenstehen symbolisierten.
Obwohl Bangladesch auf eine lange Geschichte der Beteiligung von Frauen an politischen und sozialen Bewegungen zurückblicken kann, so seien die Erfolge des Aufstands von Juli 2024 durch patriarchalische und reaktionäre Kräfte zunehmend bedroht, wie die Rednerinnen betonten. Frauen würden weiterhin mit Belästigungen, Ausgrenzung aus politischen Prozessen und Online-Missbrauch konfrontiert, um sie von der politischen Teilnahme abzuhalten.
Es wurden auch Berichte über Angriffe und Störungen friedlicher Bewegungen sowie über moralische Überwachung, sexuelle Übergriffe und Gruppenvergewaltigungen hervorgehoben. Besonders besorgniserregend sei die Reaktion auf die Empfehlungen der Kommission für Frauenrechtsreformen. Diese hatte 433 Reformvorschläge unterbreitet, doch anstatt eine konstruktive Diskussion zu führen, sei eine Desinformationskampagne gegen die Mitglieder der Kommission gestartet worden.
„Die Untätigkeit der Regierung nach den Angriffen auf ihre eigenen Beauftragten sendet eine klare Botschaft: Selbst unsere grundlegenden Rechte werden durch Angst und Einschüchterung unterdrückt. Wir erleben eine Politik des Hasses, der Drohungen und der organisierten Gewalt“, so die Erklärung.
Zusätzlich wurde die Notwendigkeit betont, Frauen in der Landwirtschaft und Hausarbeit formell anzuerkennen und die Lohnunterschiede sowie die doppelte Diskriminierung von Frauen indigener Gemeinschaften und diskriminierter religiöser Gruppen zu adressieren. Weitere Forderungen betrafen faire Löhne, sichere Arbeitsplätze, Gewerkschaftsrechte sowie Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Wohnraum.
Die Teilnehmerinnen marschierten begleitet von Transparenten, Plakaten und Marschkapellen durch die Hauptstadt. Die Slogans bekräftigten die Forderungen nach Frauenrechten, Würde, Gerechtigkeit und Solidarität mit der palästinensischen Sache.
Dieser Artikel erschien im Englischen Original am 17. Mai 2025 in der Zeitung "The Daily Star".


