Schwerpunkt 3:
Menschenrechte verteidigen
Janata Rani hat eine kleine Töpferwerkstatt aufgebaut, mit der sie die Alltagskultur ihrer Gemeinschaft präsentiert. Denn die Töpfe sind Teil einer Kultur, die zu erhalten Selbstbewusstsein stärkt. Es ist ein kreativer Weg gegen die Diskriminierung, die oft Minderheiten besonders trifft. In den Menschenrechtsgruppen lernen Mitglieder Rechte und Verfahren kennen und setzen sich aktiv für andere ein. Dabei entstehen Netzwerke, die helfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, Fälle von Gewalt gegen Frauen aufzuzeigen und den Zugang zu Bildung für Kinder zu verbessern.
„Wir wollen nicht nur über Probleme sprechen, sondern Lösungen finden – gemeinsam in unserer Gemeinde.“ Janata Rani aus Dinajpur ist eine von beinahe 25.000 Ehrenamtlichen, die sich für Menschenrechte vor Ort stark machen. Die Lehrerin setzt sich als Vorsitzende ihrer Menschenrechtsgruppe selbst unter schwierigen Lebensbedingungen für Frauenrechte, Bildung und den Schutz vor Gewalt ein.
Erfolge 2025
- 43398 Leistungsberechtigte
erhalten durch den Einsatz von Menschenrechtsverteidiger*innen Sozialleistungen, die ihnen zuvor nicht zugänglich waren
- 24590 ehrenamtliche Menschenrechtsverteidiger*innen
setzen sich in 1.036 Menschenrechtskomitees gegen Diskriminierung und Gewalt ein.
- 7.080 Schüler*innen
an 236 Sekundarschulen lernen in AGs über Menschenrechte und setzen sich in ihrer Schule und ihren Familien ein.
- 4.944 Menschenrechtsverletzung
sind dokumentiert und an staatliche Stellen gemeldet.
- 1.880 Schülerinnen
nehmen an Selbstverteidigungskursen teil und zeigen Mitschüler*innen, Freund*innen und Geschwistern, was sie gelernt haben.
Wie wichtig diese Strukturen auch angesichts der Folgen der Klimakrise sind, zeigt sich im November 2025: Starke Regenfälle und Überschwemmungen beschädigen zahlreiche Häuser im Ort Tanore im Nordwesten Bangladeschs schwer. Viele Familien verlieren ihre Lebensgrundlage. Die in einem solchen Fall essenzielle staatliche Unterstützung erreicht Betroffene nicht. Die lokale Menschenrechtsgruppe wird aktiv, koordiniert Hilfe und tritt mahnend an staatliche Stellen heran. Betroffene erhalten in der Folge Nahrungsmittelpakete und weitere Unterstützung, auch beim schwierigen Weg, das Zuhause wieder aufzubauen.
Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie lokale Netzwerke schnell und gezielt Hilfe organisieren und jene Menschen vertreten, die am Rande der Gesellschaft stehen und in ihrer Not nicht gesehen werden. Und so die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Menschen zu ihren Rechten kommen.
Aktive in allen Altersgruppen engagieren sich - etwa mit Baumpflanzaktionen, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Sehr gut
Stärkung der Sicherheit von Mädchen im Schulalltag: Durch Schul‑AGs, Trainings und funktionierende Beschwerdemechanismen fühlen sich Schülerinnen auf ihrem Schulweg deutlich sicherer.
Wegweisend
In Zeiten zunehmender Spaltungen zeigen die Menschenrechtsgruppen Solidarität auch über religiöse oder gesellschaftliche Grenzen hinaus – über die Hälfte der Mitglieder sind aus marginalisierten Gruppen.
Zu verbessern
Kreative Ausdrucksformen geraten unter Druck – durch Kooperationen mit Kulturgruppen entstehen Möglichkeiten, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.


