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Menschenrechte verteidigen: Das haben wir 2021 geschafft

Wegsehen, Schweigen oder Unterdrücken sind typische Verhaltensweisen, die Menschenrechtsverletzungen ermöglichen. Egal ob es um Korruption und Vetternwirtschaft in der Lokalpolitik, Ausbeutung oder Missbrauch und Kinderehen geht.

Im Schwerpunkt „Menschenrechte verteidigen“ gründen Projektteilnehmer*innen Menschenrechtsgruppen. Deren Mitglieder werden in Rechtsfragen geschult, lernen, wie sie Auskünfte von Behörden einholen und gegen Unrecht in der Gemeinschaft vorgehen können. Sie agieren als Vertrau­enspersonen für alle Menschen in der Umgebung und bera­ten diese. Die Menschenrechtsgruppen wachsen im Laufe eines Projekts zu wichtigen lokalen Institutionen – die den Mächtigen auf die Finger schauen und in Armut lebenden und benachteiligten Dorfbewohner*innen zu Gerechtigkeit verhelfen.

Wie das konkret aussieht? Die Gruppen handeln, wenn im Ort Alkohol, Drogen oder Glücksspiel zum Problem werden. Sie schreiten ein bei häuslicher Gewalt und der Verheiratung von Mädchen und Jungen. Die Mitglieder bilden starke Netz­werke und bauen einen Draht zu Behörden, Verwaltungen und der Polizei auf. So können sie Anliegen von Menschen einbringen, die sonst bei staatlichen Stellen kein Gehör fin­den würden. Auch der Opferschutz spielt eine wichtige Rolle. Die Menschenrechtler*innen helfen Betroffenen von Unrecht und Gewalttaten, indem sie diese zur Polizei begleiten und ihnen beistehen. Auch stellen sie Kontakt zu Anwält*innen her. In Rollenspielen üben sie mit den Menschen, Anfragen und Anträge zu stellen oder Aussagen zu machen. Das Netz­werk reicht über die Gemeinde- bis hin zur Landkreisebene und der Nationalen Plattform für Konflikttransformation. So stärken die Gruppen die Demokratie – übrigens auch, indem sie zu wichtigen Tagen wie dem Internationalen Frauentag oder zum Schutz von indigenen Minderheiten Veranstal­tungen und Demonstrationen organisieren.

Mit Konflikten umgehen – Frieden sichern

Wichtiger Teil der Menschenrechtsarbeit ist es, mit Kon­flikten umzugehen, ihre Ursachen zu verstehen und sie gewaltfrei zu transformieren. Diese aktive Konfliktbearbei­tung kann wertvolle Beiträge zum gesellschaftlichen Frie­den leisten. Egal, ob es um die Nutzung von Land oder um natürliche Ressourcen wie Fischteiche geht: Es geht darum, die Bedürfnisse aller Konfliktparteien zu analysieren und Ansätze zu suchen, mit denen Eskalation und Gewalt verhin­dert werden können. Im Rahmen von NETZ-Projekten neh­men dazu Dorfbewohner*innen sowie zivilgesellschaftli­che und staatliche Akteur*innen – etwa von der Polizei, der Lokalverwaltung und aus Gemeinderäten – an Trainings teil. Im Zuge eines Projekts wurde ein bereits Jahrzehnte andauernder Landkonflikt in Dinajpur begleitet. Dort bean­spruchte eine einflussreiche Familie Anbauland, das über Generationen von Angehö­rigen der indigenen Gruppe der Santals genutzt wurde. Die Projektteilnehmer*innen analysierten die Konflikt­ursachen und erarbeiteten gemeinsam mit den Konflikt­parteien Vorschläge für eine friedliche Beilegung. Dabei entstand ein Trainingshand­buch, das nun als Grundlage für zukünftige Schulungen dient.

Was wir 2022 vorhaben

Rechtsverletzungen – beson­ders bei Frauen und Mädchen – nehmen zu. NETZ verfolgt die Menschenrechtslage weiter eng und unterstützt Betroffene. Wir möchten 802 Menschenrechts­komitees und 152 Menschen­rechts-AGs an Schulen unter­stützen. Auch möchten wir die Arbeit der nationalen Plattform zur Konflikttransformation in Bangladesch weiter stärken.

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