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Die Lehrerin Rupsana Khatun bereichert den Unterricht an einer Dorfschule, indem sie den Kindern eine Geschichte erzählt. Foto: Kerina Soren

Aus dem Jahresbericht: Jedes Kind braucht Bildung

Am 17. März 2020 hat die Regierung die Schulen des Landes wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Alternative Angebote wie Teleunterricht setzen voraus, dass den Kindern Smartphone, Fernseher oder Radio zur Verfügung stehen. Dies ist jedoch bei jedem zweiten Kind in Bangladesch nicht der Fall. Die Benachteiligung verstärkt sich also während der Pandemie drastisch.

Kinder sind oft Hauptleidtragende des Anstiegs der Armut im Corona-Jahr. Ihr Essen wird weniger und einseitiger, sie müssen öfter arbeiten gehen und sind durch die steigende häusliche Gewalt gefährdet. Schulschließungen und ökonomische Unsicherheit führen zu einer Zunahme von Kinderehen. Für viele Kinder aus marginalisierten Gruppen können die Schulschließungen das Ende ihrer Schullaufbahn sein. Unsere Partner in strukturschwachen Regionen fördern gezielt Kinder, die sonst wenige Chancen hätten.


Miraj Islam, Schüler auf einer Anandalok Schule

Miraj Islam ist sechs Jahre alt und besucht die Matia DasAnandalok Schule in Nilphamari. Während der Pandemie lernte er zunächst von zu Hause. „Das Schlimmste war die Einsamkeit“, erzählt Miraj. „Ich hatte Schwierigkeiten, alleine zu lernen und niemand konnte mich dabei unterstützen. Ich konnte auch nicht mit meinen Freunden spielen. Dann verloren meine Eltern ihre Arbeit und unser Geld wurde knapp.“ Wie Mirajs Eltern arbeiten viele Menschen in den Projektregionen als Rikschafahrer*innen, Erntehelfer*innen oder in kleinen Läden. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen verloren sie schlagartig ihr Einkommen, ohne Rücklagen oder soziale Sicherung. Um diesen Schock abzufangen, verteilten die NETZ-Partnerorganisationen in den Grundbildungsprojekten Lebensmittel- und Hygienepakete an 9.500 Familien. Damit die Kinder auch während der Pandemie weiterlernen konnten, zogen alle an einem Strang. Die Lehrkräfte entwickelten Aufgaben, welche die Kinder Zuhause bearbeiten konnten. Sie telefonierten mit den Familien und besuchten die Kinder. „Anandalok Schulen liegen in abgelegenen Regionen, wo es oft keinen Strom gibt“, erklärt ein Mitarbeiter der NETZ-Partnerorganisation GUK: „Die Teilnahme an Radio- und TV-Unterricht ist also nicht für alle möglich. Ohne selbst in die Schule gegangen zu sein, können viele Eltern ihren Kindern nicht helfen.“ An den Anandalok-Schulen und Dorfschulen werden die Schüler*innen seit dem Sommer in kleinen Gruppen im Freien unterrichtet. Nachbar*innen bieten dafür ihre Terrassen und Höfe an. Lehrer*innen besuchen abwechselnd die verschiedenen Gruppen. So stellen sie sicher, dass kein Kind zurück bleibt.


NETZ fördert im Projekt Jedes Kind braucht Bildung drei Schultypen

1. Anandalok Schulen gehen von der Vorschule bis zur fünften Klasse und bieten Unterricht für 180 Kinder. Die Dorfgemeinschaften übernehmen Verantwortung für die Schulen.

2. Dorfschulen bieten in besonders strukturschwachen Gebieten Chancen für jeweils 30 Mädchen und Jungen.

3. An staatlichen Grundschulen mit integrierten Vorschulen verbessert NETZ die Qualität. Sozialarbeiter*innen unterstützen gezielt die Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien.

Was wir 2021 vorhaben

Wir planen, insgesamt rund 60.000 Kindern eine inklusive Schulbildung zu ermöglichen. Davon werden 13.560 Kinder neu eingeschult. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern werden wir die Grundbildungsprojekte auf weitere Regionen ausweiten, um die Auswirkungen der Pandemie aufzufangen.

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die Schule besuchen. Ein ganzes Jahr lang. Auch in Zeiten der Pandemie.