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Nandita Pahan sichert ihren neu angelegten Gemüsegarten in der Trockenregion Birbhum vor Tieren.

Aus dem Jahresbericht: Ein Leben lang genug Reis

Als Aminur Rahman, Teamleiter im NETZ Büro in Dhaka, im Oktober 2020 die Projektregion im Norden Bangladeschs besucht, trifft er Menschen an der Belastungsgrenze:

„Die Frauen im Projekt erzählten mir von den verheerenden Folgen der Corona-Krise. Der Einkommensverlust durch den Lockdown trifft sie besonders hart. Sie haben den größten Teil ihres Lebens in extremer Armut gelebt. Durch Startkapital und Schulungen hatten sie sich im Rahmen des Projekts gerade eine wirtschaftliche Existenz aufgebaut – um die sie nun bangen müssen. Dann hatten sie während der Monsunzeit auch noch die längsten Überschwemmungen der letzten zehn Jahre zu überstehen.“

Diese Situation hat auch Anjuara Begum aus Kurigram erlebt. Sie hat 2017 zusammen mit anderen stark benachteiligten Frauen eine Dorfgruppe gegründet: „Wir alle haben an landwirtschaftlichen Schulungen teilgenommen und erhielten Schafe, Hühner, Saatgut, Pachtland oder anderes Startkapital. Auch ich konnte mir etwas aufbauen und mit meinen Einnahmen meine Familie ernähren. Wegen des Lockdowns ging das nicht mehr und wir mussten jeden Tag auf ein bis zwei Mahlzeiten verzichten. Ich verkaufte meine Hühner und lieh mir Geld von Nachbarn und Verwandten.“ Als die schweren Überschwemmungen dazu kamen, war ihre Familie verzweifelt. Gerade rechtzeitig erhielten sie wie die anderen Menschen im Projekt ein Nahrungsmittelpaket von NETZ (siehe auch Projektbereich 4: Katastrophen und Hilfe). Aminur Rahman erinnert sich: „Wir hatten große Sorge, dass die Menschen in dieser Situation alles verlieren könnten, was sie sich aus eigener Kraft so hart aufgebaut haben. Ihre ganze wirtschaftliche Grundlage stand auf dem Spiel. Die Lebensmittelpakete waren da eine wichtige Stütze. Gut war, dass die Frauen auf die Selbsthilfestrukturen in den Gruppen zurückgreifen konnten. Alle hatten im Rahmen des Projekts Geld angespart. In den Dorfgruppen unterstützten sich die Menschen gegenseitig und waren solidarisch gegenüber anderen Dorfbewohner*innen. Zudem hatten alle Frauen an Katastrophen- und Hygieneschulungen teilgenommen und die Gruppen standen in engem Kontakt mit den Gemeindeverwaltungen.“ Durch dieses Zusammenspiel von schneller Corona-Hilfe und effektiver Selbsthilfe konnten die bisherigen Erfolge der Projekte auch während der Corona-Krise und den Überschwemmungen gesichert werden – auch wenn es 2020 langsamer aufwärts geht als zuvor. Die Erfahrungen dieses Jahres zeigen: Die Gruppenmitglieder haben so viele Selbsthilfe-Fähigkeiten und Widerstandkräfte aufgebaut, dass sie auch in Zukunft ihr Leben selbstbestimmt verändern können.

Das Engagement der Frauen endet nicht in ihrer Dorfgruppe. Denn die Gruppen schließen sich zu Selbsthilfeverbänden zusammen und vertreten ihre Interessen auf regionaler Ebene. Gemeinsam setzen sie sich für ihre Rechte ein, verhindern die Verheiratung von Minderjährigen und wehren sich gegen Landraub in den Dörfern. Sie bekämpfen Korruption in Behörden. Sie treten dafür ein, dass Menschen die Sozialleistungen, die ihnen zustehen, auch erhalten.

Was wir 2021 vorhaben

Um den Auswirkungen von Corona und extremer Armut entgegenzuwirken, möchten wir 9.200 weitere Familien aufnehmen.

In Zukunft werden wir unsere Arbeit auf den Süden Bangladeschs ausweiten, wo die Versalzung von Nutzböden und Süßwasser zunehmend die Lebensgrundlagen von Menschen zerstört.

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