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Betroffene aus Bangladesch und Dr. Insa Thiele Eich fordern entschiedene Schritte bei Klimakonferenz in Bonn

Bonn/Dhaka, 9. Juni 2026 – Am Rande der diese Woche in Bonn stattfindenden Klimakonferenz kommen bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion im Gustav-Stresemann-Institut Menschen zusammen, die die Bedrohung der Klimakrise jenseits der technischen Sprache der Vereinten Nationen diskutieren. Asmaul Husna von der Flussinsel Gabura am Golf von Bengalen beschreibt eindrücklich, wie der Klimawandel Gefahren für Menschen in Klimahotspots ohne Anpassung heraufbeschwört. Sie selbst hatte gerade ihre letzten Schulprüfungen abgelegt, als ein Zyklon aufzog, dessen Verwüstungen die Region bis heute prägen - und der nahezu ihre Familie tötete. Gleichzeitig ist dies ein Zeichen dafür, dass Anpassung möglich ist: „Beim letzten Zyklon ist bei uns niemand mehr gestorben.“
Der Schmerz und die Erfahrungen der Betroffenen seien besonders wichtig vor dem Hintergrund einer noch immer verbreiteten Ignoranz der Klimawissenschaft, erklärt Dr. Insa Thiele-Eich. „Die Perspektiven der Betroffenen werden weggewischt oder rein technische Lösungen für ein Problem präsentiert, das doch ein soziales Problem ist“, so die Klimawissenschaftlerin, die auch Astronautinnen-Kandidatin und Lokalpolitikerin ist. Sie und die bangladeschische Frauenrechtlerin Jomuna Rani betonen nochmals, dass der Klimawandel vor allem das Leben von Frauen gefährdet: „Ein Problem führt zum anderen. Versalzung zu Problemen reproduktiver Gesundheit für die Frauen, die im Salzwasser stehend arbeiten, und diese Gesundheitsprobleme wiederum führen zu erhöhter Gewalt gegen Frauen durch ihre enttäuschten Ehemännern,“ analysiert Rani.
Dass Bangladesch von vielen Dimensionen des Klimawandels besonders betroffen ist, führt Md. Shamsuddoha aus, der vom bangladeschischen Thinktank CPRD aus seit Jahren internationale Klimapolitik mitgestaltet und aktuell an Verfahren zu Schäden und Verlusten arbeitet. „Wir können dem Klimawandel nicht durch zentralistische Lösungen begegnen. Nur durch die Zivilgesellschaft ist das möglich – doch die wird aktuell von Regierungen zu wenig anerkannt. Es ist entscheidend, dass Menschen sich weltweit für diese Sache zusammenschließen.“
Die Bonner Konferenz stellt Weichen für die COP31 in Antalya im Herbst. Sowohl die Expert*innen auf dem Podium als auch die im Publikum vertretene Bandbreite von Klimaorganisationen und Interessierten betonen, was Dr. Max Stille vom Bangladesch-Forum wie folgt zusammenfasst: „Die reichen Länder wie Deutschland müssen verlässlich zu ihren Zusagen an Länder wie Bangladesch stehen. Wir haben gehört, unter welch schwierigen Bedingungen dort Anpassung möglich ist – noch.“
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