Kreativer Kampf gegen Armut und Hunger

Dienstag, 01. September 2020

Bangladesch-Zeitschrift: Neue NETZ-Sonderausgabe zum Thema Selbstbestimmung und Graswurzel-Empowerment gegen extreme Armut in Südasien

In Bangladesch ist laut Hungerindex jeder Siebte unterernährt. Im Nordosten sind es sogar zwei Drittel der Bevölkerung. Doch vor Ort, in Dörfern und Gemeinden, kämpfen lokale Initiativen gegen den Hunger und für das Recht auf Nahrung – mitunter anders, als gewohnt.
 
Wetzlar/Dhaka – Im vergangenen Jahr ist die Zahl chronisch hungernder Menschen weltweit zum dritten Mal in Folge wieder gestiegen. Das ist ein deutliches Alarmsignal für die internationale Gemeinschaft. Denn „Hunger beenden und Ernährung sichern“, heißt nicht nur das zweite der insgesamt 17 vor vier Jahren in Kraft getretenen Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) – vielmehr ist das Recht auf Nahrung seit 1976 völkerrechtlich ratifiziert.
 
NETZ e.V. berichtet in einer neuen Sonderausgabe der Bangladesch-Zeitschrift über den Kampf gegen Hunger in Südasien. Insbesondere in Bangladesch wurden die Erfolge im Kampf gegen den Hunger von der Regierung und internationalen Organisationen zuletzt oft in den Vordergrund gestellt. Folgt man jedoch dem Hungerindex 2019, ist jeder siebte Mensch dort unterernährt. Im Nordwesten des Landes  beträgt der Anteil sogar ein Drittel im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Armut bleibt ein übergreifendes Thema. Doch: Vor Ort, in Döfern und Gemeinschaften, passiert sehr viel. Lokale Initiativen auf Graswurzelebene kämpfen für Ernährungssicherheit, das Recht auf Nahrung und die Entwicklung ihrer Gemeinden.

Die Sonderausgabe der NETZ-Zeitschrift stellt diese Initiativen vor. Zugleich gibt sie Einblicke, warum der Kampf gegen Hunger und Unterernährung vor Ort so schwierig ist – von struktureller Armut über die Folgen des Klimawandels bis hin zu Machtmissbrauch in der Verwaltung. So rücken die Berichte einen Ansatz zur Überwindung extremer Armut in den Fokus, der bereits 100.000 Menschen in Bangladesch ind Ostindien erreicht hat.
 
Und dieser Ansatz kann durchaus kreativ sein: „Frauen, die aus Laubblättern Teller machen und so gegen Plastikmüll und für die Versorgung der eigenen Familien kämpfen. Eine Mutter, die zwanzigmal vor dem Hochwasser geflohen und mit ihrem kleinen Haus umgezogen ist. Eine Dorfbewohnerin, die unter den Folgen des Klimawandels leidet, aber nicht wütend auf die Menschen ist, die am meisten dazu beitragen. Der erfolgreiche Einsatz gegen Armut hat viele Gesichter und kennt viele Geschichten. Er kann ernsthaft sein oder zum Lachen bringen. Denn er ist, wie die Menschen selbst, die ihn führen.“ Das ist die neue NETZ-Zeitschrift.

 

Was ist NETZ?

NETZ ist eine Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die auf Bangladesch spezialisiert ist. Sie unterstützt die Selbsthilfe der Bevölkerung zur Überwindung des Hungers, für Schulbildung sowie die Durchsetzung der Menschenrechte in den Dörfern. Die Geschäftsstelle des bundesweit organisierten Vereins befindet sich in Wetzlar. Das „Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen“ hat NETZ das Spenden-Siegel verliehen. Es steht für einen sorgsamen Umgang mit Spenden. 

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