Projektbereich 2: Grundbildung

Zukunftsperspektive für über 35000 Mädchen und Jungen

Bildung ist elementar: Lesen, Schreiben und Rechnen sind wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben. Über 2,6 Millionen Kinder wachsen in Bangladesch ohne diese Perspektive auf – weil sie nicht zur Grundschule gehen. Diese Mädchen und Jungen gehören zu Familien, die in Armut leben. Um das zu ändern, schafft NETZ Zugang zu inklusiver und qualitativ hochwertiger Grundbildung in strukturschwachen Gebieten.

393 Grundschulen hat NETZ mit Partnerorganisationen 2015 in Bangladesch unterstützt – in abgelegenen, von Armut geprägten Regionen.

35.368 Mädchen und Jungen haben dort qualitativ hochwertige Vor- und Grundschulbildung erhalten.

Grundschulabschluss für eine Zukunftsperspektive: Schülerin Parvin Akter. (Foto: Jagorani Chakra Foundation)

Schülerin Parvin Akter

Die Zehnjährige lebt in der Uferregion- des Tiesta-Flusses im Norden Bangla-deschs. Die Gegend ist ländlich, die In-frastruktur unzureichend. Im Heimatort Bagdohra gab es früher keine Schule. Und Parvins Familie hatte weder Geld für den Transport noch für die Unterbringung an einer weiter entfernten Schule. Das Mädchen wäre gezwungen gewesen, zu Hause zu bleiben und im Haushalt mitzuarbeiten. Als NETZ gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation die Dorfschule in Bagdohra einrichtete, erhielt Parvin umgehend einen Platz – ohne dass den Eltern dafür Kosten entstanden sind.  „Meine Eltern sind nie zur Schule gegangen – für mich ist das anders,“ erklärt Parvin. Ende 2015 machte das Mädchen die Grundschul-Abschlussprüfung. Jetzt geht sie auf eine weiterführende Schule, um sich später ihren großen Wunsch erfüllen zu können: selbst als Lehrerin in ihrem Dorf zu arbeiten.

NETZ fördert vier Schultypen

  1. Anandalok-Schulen (Gemeinde Grundschulen) langfristig iin Trägerschaft der Dorfgemeinschaft verwaltet. 180 Kinder besuchen jewils eine Schule.
  2. Dorfschulen in schwer zugänglichen Regionen: 30 Mädchen und Jungen werden pro Schule zusammen unterrichtet.
  3. Unterricht an staatlichen Grundschulen: Bildungs-Sozialarbeiterinnen fördern besonders benachteiligte Kinder und tragen zu Verbesserung im staatlichen Schulsystem bei.
  4. Vorschulen: zur gezielten Förderung der frühkindlichen Entwicklung.

Ob Kinder mit Behinderung, aus indigenen Bevölkerungsgruppen oder aus den ärmsten Familien – jedes Mädchen und jeder Junge hat ein Recht auf Bildung. Doch gerade sie sind oftmals vom staatlichen Bildungssystem ausgeschlossen. Je ärmer eine Familie ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Kinder nicht zur Schule gehen: die Eltern können die Kosten nicht tragen, die Mädchen und Jungen werden als Arbeitskräfte gebraucht oder der weite Schulweg ist dauerhaft nicht zu bewältigen. Fast jedes zweite Kind schließt die Grundschule nicht ab.

Raum zur Entfaltung und für Kreativität: Unterricht an einer Anandalok-Schule in Gangachara.

Hier setzt NETZ an: Mit Spenden und Zuschüssen aus Deutschland erreichen unsere Partner vor Ort die Integration der Kinder, die am meisten benachteiligt sind. Das Bildungsprogramm bringt qualitativ hochwertige kinderzentrierte Lehr- und Lernmethoden in abgelegene, ländliche Regionen Bangla-deschs. An den geförderten Schulen können sich die Mädchen und Jungen entfalten und ihre Fähigkeiten entdecken. Ihnen werden Schulmaterialien zur Verfügung gestellt, ohne dass den Eltern dafür Kosten entstehen. Zudem finden ärztliche Untersuchungen statt und in einkommensschwachen Monaten wird in der Schule Mittagessen angeboten. Kinder indigener Gruppen werden auch in ihrer Muttersprache unterrichtet. Der Unterricht folgt dem staatlichen Lehrplan, ergänzt um kreative Methoden.

Im November 2015 haben insgesamt 9.277 Schulkinder an der staatlichen Grundschul-Abschlussprüfung teilgenommen. 99 Prozent haben bestanden und können nun eine weiterführende Schule besuchen. Fast ein Drittel der Kinder erhielt die Note „sehr gut“. Die Ergebnisse lagen deutlich über dem landesweiten Durchschnitt. Bei den Anandalok-Grundschulen lag die Erfolgsquote bei 100 Prozent; 80 Prozent der Schulkinder erhielten die Note „sehr gut“.

Das Bildungsprogramm 2015 im Überblick

Was und wer wurde erreicht?

Unterricht an insgesamt 393 Grundschulen ermöglicht und verbessert.

35.368 Kinder; 9.277 davon haben die Grundschul-Abschlussprüfung abgelegt  

100 Vorschulen für frühkindliche Entwicklung. 

2.250 Mädchen und Jungen.

Unterricht an Anandalok-Grundschulen in Trägerschaft der Dorfgemeinschaft. 

4.400 Kinder.

Bildungsqualität an 100 staatlichen Grundschulen verbessert. 

20.951 Mädchen und Jungen darunter viele aus Familien in Armut. 

Frauen im Programm "Ein Leben lang genug Reis" leiten 23 Vorschulen eigenständig. 

647 Kinder.

Schulungen in kinderzentrierten Lehr- und Lernmethoden. 

459 Lehrkräfte nahen an regelmäßigen Weiterbildungen teil. 

 

 

WeltKlasse! Partnerschaft mit Schulen in Bangladesch

Unterstützer in Deutschland und Österreich haben 2015 insgesamt 115 Schulen über das NETZ-Programm WeltKlasse! gefördert. Eine Partnerschaft mit einer Schule in Bangladesch einzugehen, bedeutet, gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten. Es sind Kirchengemeinden, Schulen, Vereine, Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Durch Post aus Bangladesch stehen die Unterstützer in Kontakt mit den Kindern ihrer Partnerschule.
www.bangladesch.org/weltklasse

Herausforderungen

Naturkatastrophen können den Schulbetrieb in flutgefährdeten Regionen beeinträchtigen. Um vorzubeugen, sind die Schulgelände durch Aufschüttung erhöht. Die Lehrkräfte werden in Katastrophenvorsorge geschult. Anandalok-Schulen, die auf Flussinseln oder an Flussufern stehen, sind so konstruiert, dass Teile abmontiert und andernorts temporär aufgebaut werden können, um den Unterricht fortzuführen. Vor allem bei Mädchen der Klassen 4 und 5 ist Frühverheiratung ein  Grund, die Schule abzubrechen. Eine Einbindung der Eltern in den Schulbetrieb ist essenziell: durch regelmäßige Hausbesuche, Treffen mit den Lehrkräften sowie die Mitgliedschaft in Schulmanagement-Komitees.

Ziele 2016

  1. Unterstützt durch das BMZ, Stiftungen und Spender ermöglicht NETZ ab 2016 40.020 Kindern den Schulbesuch.
  2. 1.195 Schulkinder an 40 Dorfschulen im Distrikt Kurigram werden auf die Abschlussprüfung Ende 2016 vorbereitet.
  3. Gemeinsam mit Partnerorganisationen entwickelt NETZ ein Ausweitungsprojekt, durch das ab 2017 bis zu 20.000 weitere Kinder Schulbildung erhalten sollen.
  4. 20 Kinder aus Slumgebieten von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka erhalten qualitativ hochwertige Vorschulbildung.
  5. NETZ weitet Partnerschaften für inklusive, gerechte und qualitativ hochwertige Bildung aus, unter anderem mit dem Bildungsnetzwerk CAMPE in Bangladesch und der deutschen Stiftung Childaid Network.

Hier erfahren Sie mehr zum Projektbereich 3: Menschenrechte.

Jedes Kind braucht Bildung

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WeltKlasse!

Partnerschaft mit Schulen in Bangladesch

Unterstützer in Deutschland und Österreich haben 2014 insgesamt 91 Dorfschulen und 10 Gemeinde-Grundschulen über das NETZ-Programm WeltKlasse! gefördert. Eine Partnerschaft mit einer Schule in Bangladesch einzugehen, bedeutet, gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten. Es sind Kirchengemeinden, Schulen, Vereine, Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Durch Post aus Banfladesch oder Berichte von NETZ-Freiwilligen, die die Schulen regelmäßig besuchen, stehen die Unterstützer in Kontakt mit den Kindern ihrer Partnerschule.

Kontakt

Anastasia Rau

Referentin für Grundbildung und Menschenrechte
rau@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-20

Auf der Suche nach einer für mich passenden Entwicklungs-organisationen fiel mir NETZ durch differenzierte Informationen und Berichterstattung auf.