NETZ e.V. Jahresbericht

Jahresbericht 2017 – Aktivitäten & Finanzen 2016

NETZ kämpft für Menschenwürde und gegen Hunger in Bangladesch. Partnerschaftlich und professionell unterstützt NETZ Selbsthilfe - für Ernährung, Bildung und Menschenrechte.

Liebe Leserin, lieber Leser,

52 Prozent der Mädchen in Bangladesch werden vor dem 18. Lebensjahr verheiratet, obwohl ein Gesetz dies verbietet. Weltweit ist das eine der höchsten Raten. Meist sind die Folgen verheerend: die Mädchen brechen die Schule ab. In den Ehen kommt es häufiger zu Gewalt oder Misshandlungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 14-jähriges Mädchen während der Geburt ihres Babys stirbt, ist fünfmal höher als bei 20- bis 24-jährigen Frauen.

Die Gründe für Kinder-Ehen sind vielfältig. Neben Armut spielt kulturelle Tradition eine wesentliche Rolle. Durch die frühe Heirat hoffen die Eltern, ihre Töchter vor körperlichem Schaden und einem Verlust der Ehre zu bewahren. Und das Gesetz lässt allzu oft „Ausnahmen“ gelten.

Alle NETZ-Projekte tragen zu einer Reduzierung von Kinder-Ehen bei: Frauen im Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ schreiten ein, wenn sie hören, dass die Verheiratung einer Minderjährigen in der Nachbarschaft angebahnt wird. Lehrkräfte und Schulkomitees beraten Eltern, um den Schulabbruch ihrer Mädchen zu verhindern. Aktivistinnen im Menschenrechtsprojekt klären in den Dörfern auf und intervenieren bei Standesbeamten, wenn Geburtsurkunden gefälscht werden.

In diesem Jahresbericht erfahren Sie auch, wie wir mit unseren Partnern für das Recht auf Bildung und das Recht auf Nahrung eintreten. 200.000 Menschen können sich besser ernähren. 29.000 Mädchen und Jungen vor allem aus sehr benachteiligten Familien haben eine qualitativ gute Schulbildung erhalten.

Ich danke allen, die dazu beitragen: Lehrkräfte, Elternkomitees, Menschenrechtsaktivisten, Sozialarbeiterinnen und Buchhalter in Bangladesch und Indien, Ehrenamtliche in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Spenderinnen und Spender, zuschussgebende Institutionen, Unternehmen und Stiftungen, Mitarbeitende im NETZ-Team.

Wir wollen uns weiter für die Rechte der Mädchen und gegen Diskriminierung engagieren.

Peter Dietzel, 
Geschäftsführer