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Selbsthilfe für mehr Gerechtigkeit Vom Brennpunkt zum Miteinander

Schwerpunkt Menschen haben Rechte

Projektstatus 2019-2022

Dringend benötigte Mittel € 178.979

„Die Männer kamen von überall her, um die Drogen zu kaufen und zu nehmen. Es war der Hotspot – und unerträglich für alle, die hier leben.“

Rajmuni Tirki blieb wie vielen anderen Dorfbewohner*innen keine Ruhe mehr, nachdem dubiose Geschäftsleute eine illegale Schnapsbrennerei in Garagenkomplexen ihrer Nachbarschaft eingerichtet hatten. Auch illegale Drogen wurden dort verkauft. Die Männer, die aus der Umgebung dorthin kamen, begannen bald, Chaos anzurichten. Und die eigenen Ehemänner suchten schließlich auch die Brennerei auf und begannen zu trinken. Lokale Behörden haben lange weggeschaut – ein großes Problem in Bangladesch: Trotz des Protestes der Bevölkerung duldet die Verwaltung illegale Geschäfte und ist nicht selten selbst beteiligt. Die Betroffenen müssen mit den Folgen leben. Und werden selbst eingeschüchtert, wenn sie gegen das Übel vorgehen wollen.

Menschen wie Rajmuni Tirki und ihre Familien erheben ihre Stimme gegen Unrecht. Doch sie müssen auch erhört werden.

    Menschenrechtsaktivisten arbeiten in Dorfgruppen.
    Menschenrechtsaktivisten setzen sich gegen Ausbeutung von Menschen ein.
    Besonders Indigene und deren Kultur sind gefährdet.
    Besonders betroffen: Junge Mütter und alleinstehende Frauen - sowie Witwen.
    Die Aktivisten kämpfen gegen Korruption und Umweltausbeutung.

    Zivilgesellschaft beginnt im Dorf

    Ob im Dorf oder der Hauptstadt: Wer sich als Bürger*in gegen Missstände wie Gewalt gegen Frauen und religiöse Minderheiten oder Korruption engagiert, hat es nicht einfach. Menschen in kriminellen Strukturen und jene, die sie decken, gehen rigide vor bis hin zu offener Gewalt. Oft findet sich unrechtes Verhalten bei staatlichen Stellen selbst. Die Zivilgesellschaft hat meist wenig Spielraum, um Missstände aufdecken zu können. Und diese beginnen schon in kleinen Dörfern, wo Korruption und Missetaten noch viel öfter unentdecken und ungeahndet bleiben.

    NETZ und seine Partner schaffen Möglichkeiten für Menschen, Unrecht zu thematisieren, sich auszutauschen und Engagement aufzubauen. Ohne, dass Betroffene Repressionen fürchten müssen. Denn es geht nicht um Konfrontation, sondern um Dialog. Um diesen auf Augenhöhe führen zu können, entstehen selbstbewusste zivilgesellschaftliche Initiativen.

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    Gegen Unrecht vorgehen

    Rajmuni Tirki fühlte sich hilflos und nicht mehr wohl vor ihrer eigenen Haustür. Denn aus der illegallen Brennerei nebenan war ein florierender Handel geworden. Sie hatte, wie die anderen Nachbar*innen auch, Angst vor weiteren Drohungen der Männer dort. Denn gegen die schien die gesamte Siedlung machtlos.

    Das NETZ-Projekt gründet und unterstützt lokale Menschenrechtsgruppen. Dort können Dorfbewohner ihre Probleme besprechen und Abhilfe vorschlagen. Es geht dabei vor allem darum, kritische Diskussionen zu ermöglichen und Lösungen zum Wohle der ganzen Gemeinschaft zu finden.

    Dort lernte Rajmuni Tirki über Möglichkeiten, gegen das Unrecht in ihrem Dorf vorzugehen. In Trainings haben Sozialarbeiter*innen den Frauen Möglichkeiten gezeigt, bei der lokalen Verwaltung und Polizei vorzusprechen und gegen die Schnapsbrennerei zu protestieren. Die Frauen verstanden die Rechtslage, diskutierten miteinander, bestärkten sich und wurden selbstsicher. Auf die Initiative und den Druck ihrer Gruppe hin, hat die Polizei das Geschäft schließlich aufgelöst. Seitdem kommen keine dubiosen Männer mehr von außerhalb in das Dorf.

    Jeder ist gefragt

    Gerechtigkeit für alle Menschen zu schaffen, ist eine gesamtgesellschaftliche und enorme Aufgabe, die viel Arbeit erfordert. Die Politik ist gefordert, den rechtlichen Rahmen zu schaffen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Vor allem aber müssen Betroffene selbst den Raum bekommen, für sich zu sprechen und Unrecht sichtbar zu machen, das ihnen widerfährt. Das beginnt bereits in kleinen Dörfern – doch dazu braucht es Raum für Dialog und: konkrete Hilfe, Initiativen und Aktionen. Opferschutz und eine Veränderung zum Positiven haben nur dann eine Chance, wenn staatliche Institutionen zum Handeln aufgefordert werden. Mit einer engagierten Menschenrechtsarbeit vor Ort geht das. So können strukturelle Benachteiligung langfristig durchbrochen – und der Frieden in der Gesellschaft bewahrt werden.

    Für gerechte Zukunftschancen.

    Unsere Prinzipien

    Partnerschaft

    NETZ arbeitet vor Ort mit renommierten Menschenrechtlern partnerschaftlich zusammen. Deren langjährige Expertise fließt bei der Arbeit vor Ort ein.

    Partizipation

    Unrecht widerfährt Einzelnen, wirkt aber kollektiv. Daher lernen Gruppen wie Indigene und Landlose gemeinschaftlich, für ihre Rechte zu streiten.

    Empowerment

    Betroffene lernen juristische Möglichkeiten kennen, um sich zu wehren. So bringen sie Politik und Behörden dazu ihrer Rechenschaftspflicht nachzukommen.

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    Noch Fragen?

    Anastasia Rau

    Hallo, ich bin Anastasia Rau. Haben Sie Fragen zu den Schwerpunkten "Jedes Kind braucht Bildung" oder zu "Menschen haben Rechte"? Ich helfe Ihnen gerne weiter.

    Häufige Fragen zu Spenden