Mominas Schulweg

Die elfjährige Schülerin Momina Akter geht auf die von NETZ geförderte Zafar-Ali-Khan-Schule. Bereits ihr Schulweg ist ereignisreich und berichtenswert.

„Ich stehe morgens um sechs Uhr auf, putze meine Zähne und wasche mich. Der Unterricht geht zwar erst vormittags los, aber zu Hause gibt es vorher genug zu tun. Ich helfe meiner Mama bei der Hausarbeit, mache das Frühstück für die Familie und bereite auch schon das Mittagessen vor. Am liebsten esse ich morgens Reis und Gemüse. Manchmal nasche ich auch nur ein paar Kekse mit Milch.

Von unserem Haus zur Schule brauche ich eine halbe Stunde. Ich gehe immer zu Fuß und muss den Fluss durchqueren. Wir wohnen nämlich auf einer Insel, die im Tiesta-Fluss steht und Bidhyanando heißt. Meistens ist das Wasser nicht hoch – dann wate ich einfach hindurch. In der Regenzeit ist es schwieriger. Wenn ich Glück habe, fährt ein Boot. Wenn nicht, muss ich manchmal sogar schwimmen, denn dann steht mir das Wasser bis zur Hüfte.

Zum Glück bin ich nie allein. Meine besten Freundinnen Hamida, Ismota und Shorifa wohnen auch auf Bidhyanando und wir gehen immer zusammen zur Schule. In der Regenzeit nehmen wir eine zweite Schuluniform mit, um die nassen Sachen wechseln zu können. Auch unsere Lehrer kommen manchmal pitschnass in die Schule und müssen sich erstmal umziehen, das ist sehr lustig.

Einmal haben wir ein  kleines Floß aus vier zusammengebundenen Bananen-Stauden gehabt. Als wir damit über den Fluss paddelten, sind wir kurz vor dem Ufer gekentert und allesamt ins Wasser geplumpst. Die Schulbücher hat jede von uns sofort nach oben gehalten, damit sie nicht nass werden. Wir haben sehr darüber gelacht. Trotzdem ist der Fluss zur Regenzeit auch ganz schön gefährlich.

Der restliche Weg zur Schule ist ein breiter und staubiger Sandpfad. Unterwegs treffe ich oft Menschen aus den umliegenden Siedlungen. Vor allem Bauern und Feldarbeiter, die die Kartoffelernte auf Pferdekarren wegbringen. Manchmal begegnen mir ältere Leute auf dem Fahrrad oder Frauen, die Laub in den Bambushainen sammeln. Meine Eltern sind selbst Bauern und haben einen kleinen Acker mit Kartoffeln, Mais und Erdnüssen. Ich habe noch zwei ältere Brüder, einer von ihnen ist gerade sehr enttäuscht. Er war nach Dhaka, in die Hauptstadt, aufgebrochen und wollte in einer Textilfabrik arbeiten. Weil er keine Ausbildung und keinen Schulabschluss hat, musste er sehr viel Geld an einen Vermittler zahlen, um die Stelle zu bekommen. Nach drei Monaten Arbeit hatte er immer noch einen Lohn bekommen und kam schließlich in unser Dorf zurück. Jetzt ist er Tagelöhner auf dem Feld.

Meinen Weg zur Schule gehe ich jeden Tag sehr gern, denn ich weiß, dass ich mit einem guten Schulabschluss vieles erreichen kann.“

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