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Perspektive 2030. Bangladesch und die Ziele nachhaltiger Entwicklung

Perspektive 2030. Bangladesch und die Ziele nachhaltiger Entwicklung

Die Armut und den Hunger in der Welt beseitigen, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten, Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen – diese und weitere Ziele haben die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (United Nations, UN) im September 2015 verabschiedet. Die insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals, sollen von 2016 bis 2030 umgesetzt werden.

Dieser Beschluss ist der Beginn einer neuen Entwicklungsära. Die gegenwärtige Generation könne „die erste sein, die die Armut beendet“ und ebenso die letzte, die den Planeten retten könnte, heißt es in dem Aktionsplan. Der Entwicklung der Agenda gingen zahlreiche Konsultationen voraus. NETZ hat dabei die Sicht von Menschen in Bangladesch eingebracht, über die größte weltweite zivilgesellschaftliche Bewegung zur Bekämpfung von Armut, den Global Call to Action against Poverty.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung folgen den acht Millenniumszielen, welche der UN-Gipfel im Jahr 2000 für den Zeitraum bis 2015 verabschiedet hatte. Bangladesch hat die meisten Ziele erreicht oder übertroffen. Der Anteil der Menschen in Armut wurde halbiert. Nahezu alle Kinder im schulfähigen Alter werden mittlerweile eingeschult. Die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen sank signifikant. In Fachkreisen findet dies große Anerkennung. Die enormen Erfolge dürfen gefeiert werden, auch in den Medien. Die Schattenseiten sollen dabei ebenso diskutiert werden. Viele sogenannte Fortschritte werden auf Kosten der Natur, der Gesundheit tausender Menschen, der sozialen Harmonie und der kulturellen Vielfalt erzielt.

Die neue Entwicklungsagenda bis 2030 ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer gerechteren Welt, zur Stärkung der Menschenrechte und für das Wohlergehen künftiger Generationen. Sie erfordert jedoch mehr Engagement, von den Entwicklungsorganisationen, von jedem vom uns, von der Bundesregierung. Entscheidend ist, wie die Ziele umgesetzt werden. Es beginnt damit, den Menschen, die benachteiligt sind, richtig zuzuhören. Sie brauchen Zugang zu wichtigen Informationen. Sie müssen an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, aktiv beteiligt sein. Für die Märkte sind faire Bedingungen zu schaffen. Und es kommt darauf an, mit ganz konkreten Schritten anzufangen – denn dies setzt häufig eine Spirale der positiven Veränderung in Gang.

Die internationale Agenda beinhaltet allerdings nur sehr rudimentäre Friedensziele. „Alle Formen der Gewalt überall deutlich verringern“ und der Erwerb von „Kenntnissen und Qualifikationen“ aller Lernenden „für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit“ sind als Zielvorgaben benannt. Doch ebenso sind die Förderung von Empathie zwischen den Menschen unabdingbar, die Lösung von Konflikten mit kreativeren Mitteln als Gewalt, die Heilung von Traumata, die Umrüstung der Armeen ausschließlich zu Verteidigungszwecken, die Überwindung jeglicher Rechtfertigung von Gewalt. Es gibt unglaublich viel Spielraum für Verbesserungen. Da das Thema „Ziele nachhaltiger Entwicklung“ besondere Relevanz hat, und aus organisatorischen Gründen, erscheint diese NETZ-Zeitschrift als Doppelausgabe. Ich wünsche Ihnen, dass die Lektüre dieser NETZ-Ausgabe Anregung liefert und Mut macht.

Peter Dietzel, NETZ-Geschäftsführer

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