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Wem gehört die Stadt? Lebensräume in Dhaka

Wem gehört die Stadt? Lebensräume in Dhaka

04-2016 | Bangladesch ist einer der am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt. Mit über 1.100 Einwohnern pro Quadratmeter ist die Bevölkerungsdichte des Landes in etwa so hoch wie die des Ruhrgebietes. Für die Hauptstadt Dhaka gibt es keine aktuelle Volkszählung. Die Bevölkerungsdichte wird – je nach Quelle – auf etwa 23.000 bis 45.000 Einwohner pro Quadratkilometer geschätzt. Damit liegt sie sechs- bis elfmal höher als in Berlin. Das rasche Wachstum der Städte  ist eine der großen Herausforderungen bei der voranschreitenden Urbanisierung Bangladeschs.

Die wirtschaftliche Entwicklung Bangladeschs in den letzten Jahren ist durchaus eine Erfolgsgeschichte. Das Wirtschaftswachstum ist konstant hoch und die Einkommen steigen. Zudem konnte die Zahl der in Armut lebenden Menschen zwischen 1990 und 2015 halbiert werden. Viele Bürger sind zu Geld gekommen, eine breite Mittelschicht entsteht, es werden große Wohnblocks mit klimatisierten Apartments gebaut und wer es sich leisten kann, kauft sich ein eigenes Auto. Doch diese Entwicklung ist zumeist auf die großen Städte des Landes und deren Umland begrenzt, vor allem auf die Hauptstadt Dhaka und die Vororte. Ländlich Gebiete bleiben von der Entwicklung abgehängt.

Der extreme Gegensatz zwischen Stadt und Land veranlasst jedes Jahr hundertausende Menschen dazu auf der Suche nach einem Job nach Dhaka zu ziehen. Experten schätzen, dass in der Stadt und ihren Vororten etwa 17 Millionen Menschen leben, bis 2035 sollen es etwa 26 Millionen sein. Diese Bevölkerungsexplosion zeigt schon heute ihre Folgen: Es kommt täglich zu Stromausfällen – vor allem wenn bei heißem Wetter die Klimaanlagen laufen, das Abwassersystem ist so überlastet, dass in der Regenzeit die Straßen unter Wasser stehen und der Verkehr kommt täglich in der Rushhour zum erliegen. Zudem fehlen zehntausende erschwingliche Wohnungen für Einwohner mit geringen Einkommen. Denn für die meisten Menschen, die nach Dhaka umziehen, erfüllt sich der „Bangladeschische Traum“ von einem guten, gesicherten Verdienst nicht. Sie arbeiten für niedrigste Einkommen als Rikschafahrer, Wachleute, fliegende Händler oder Straßenkehrer. Wohnen müssen sie in überfüllten, illegal errichteten Slums, die jeder Zeit für neue teure Bauprojekte abgerissen werden könnten.

Lesen Sie ab Seite sechs, wie der Kampf um Räume und Ressourcen den Alltag der Menschen in Dhaka beeinflusst. Ab Seite neun zeigt AZM Anas in seinem Hintergrundartikel, wie Zivilgesellschaft und Politik Ideen für die fortschreitende Urbanisierung Bangladeschs und deren Zentrum Dhaka entwickeln. Im Interview ab Seite zwölf spricht der Architekt Ruhul Abdin über die Folgen des Platzmangels in Dhaka für Menschen und Umwelt, Stadt und Land und darüber, wie die Urbanisierung nachhaltig gestaltet werden kann.

Eine informative Lektüre wünscht Euch und Ihnen

Benjamin Kühne

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