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Hunger - Nahrungsmittelkrise in Bangladesch

Hunger - Nahrungsmittelkrise in Bangladesch

3-2008 | „Die Menge an Reis, die ich sonst in drei Tagen esse, verteile ich nun auf fünf Tage.“ – „Ich esse morgens und mittags, abends esse ich nichts.“ – „Für mich stellt sich die Frage: Reis oder Schulbücher für meinen Sohn.“ Dies sind Aussagen von Menschen, die in Dörfern rund um Gaibandha leben. Solche oder ähnliche Stimmen hört man gegenwärtig überall in Bangladesch. Und zunehmend von Menschen, die noch vor einem Jahr nicht von Armut betroffen waren.

In Bangladesch, wie auch in vielen anderen Entwicklungsländern, ist der weltweite Preisanstieg für Lebensmittel, Viehfutter oder Treibstoff am stärksten spürbar. Im April 2008 drohte Haiti nach tagelang andauernden Protesten gegen hohe Lebensmittelpreise, in Chaos und Anarchie zu stürzen. Ähnliche Szenen waren in afrikanischen Ländern zu beobachten. In Dhaka gingen Textilarbeiterinnen auf die Straße, weil die steigenden Preise ihre Löhne auffraßen. Statt adäquate Maßnahmen zu ergreifen, um die Preissteigerung einzudämmen, wurden die Proteste von den Sicherheitskräften mit Gewalt niedergeschlagen.

Innerhalb der letzten zwei Jahre sind die Lebensmittelpreise in Bangladesch angestiegen – erst langsam, zuletzt rapide. Innerhalb des letzten Jahres hat sich der Preis für Reis verdoppelt, zum Teil verdreifacht. Gemüse und Linsen kosten bis zu fünfmal so viel wie vor einem Jahr. Insbesondere die Ärmsten der Armen, die ohnehin 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, haben unter dem Preisanstieg zu leiden. Einem Forschungsinstitut zufolge sind dadurch in den letzten zwei Jahre in Bangladesch etwa 12,5 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze gefallen. Menschen, die in Armut leben, erfahren einen Verfall ihrer Kaufkraft um bis zu 40 Prozent. Regierungsvertreter sprechen bereits von einer leisen Hungersnot. „Leise Hungersnot? Davon kann keine Rede sein. Die Hungersnot ist offensichtlich, umfassend und allgegenwärtig“, entgegnet der Ökonom Professor Abul Barkat.

NETZ arbeitet mit den Ärmsten der Armen. Daher haben wir im Frühjahr 2008 mit unseren Partnern in Bangladesch eine Studie durchgeführt, um mehr über die Auswirkungen des Preisanstiegs zu erfahren und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese aufzufangen. Hier steht vor allem die Regierung Bangladeschs in der Verantwortung. Werden nicht schnell angemessene Maßnahmen ergriffen und rutschen immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze, kann dies fatale Folgen für den Frieden im Land haben.

Mehr über die Gründe und Auswirkungen der Preissteigerung und über geeignete Maßnahmen, um dem Preisanstieg zu begegnen, erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Ihr Dirk Saam, entwicklungspolitischer Referent bei NETZ

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