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Bangladeschis in Bewegung - Nationale und internationale Migration

Bangladeschis in Bewegung - Nationale und internationale Migration

1-2013 | Den Heimatort oder das Heimatland dauerhaft zu verlassen, ist keine leichtfertige Entscheidung. Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration gehen davon aus, dass es gegenwärtig weltweit etwa 214 Millionen Migranten und politische Flüchtlinge gibt. Auch fast 8 Millionen Bangladeschis leben dauerhaft im Ausland. Für die Wirtschaft Bangladeschs sind diese Migranten von großer Bedeutung: Im Jahr 2011 überwiesen sie umgerechnet rund 9 Milliarden Euro zurück nach Bangladesch. Zum Vergleich: Die Exporteinnahmen des Landes lagen im selben Jahr bei umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro.

Auch innerhalb Bangladeschs findet ökonomisch motivierte Migration statt, wobei der Umzug von ländlichen Räumen in die Stadt immer noch den größten Anteil ausmacht. Menschen aus der ärmsten Bevölkerungsschicht haben gleichwohl oft nicht die Möglichkeit, an anderen Orten Arbeit zu suchen, weil sie die notwendigen Ressourcen für diesen Schritt nicht aufbringen können. Darüber hinaus wird die Entscheidung für oder gegen Migration aber auch stark von der Familienstruktur und den Geschlechterverhältnissen beeinflusst. Wie wirken wirtschaftliche und soziale Dimensionen von nationaler und internationaler Migration nun in Bangladesch?

Der Anteil von Migranten an der bangladeschischen Bevölkerung ist mit 5,3 Prozent fast doppelt so hoch wie der globale Vergleichswert. Dabei migrieren vornehmlich Männer. Wie Frauen die Chancen und Risiken der saisonalen Arbeitsmigration ihrer Ehemänner erleben, beschreibt Mascha Schulz auf den Seiten 4-7.

Persönliche Eindrücke zu den Hoffnungen und Ängsten, die mit Migration in die Stadt verbunden sind, lesen Sie in einer Zitate-Sammlung aus Dhaka auf den Seiten 8-9. Ainoon Naher, Professorin für Anthropologie an der Jahangirnagar Universität, beschreibt die Gründe für Migration in urbane Räume, die Veränderung von Migrationsmustern über Zeit und die Bedeutung von Verwandtschaftsbeziehungen für die Einbindung im neuen Lebensraum ab Seite 10.

Mit den sozialen und ökonomischen Perspektiven internationaler Arbeitsmigration und der besonderen Verletzlichkeit undokumentierter Migranten beschäftigt sich der Beitrag auf den Seiten 13-15.

Die Beiträge in dieser Ausgabe zeigen: Auch wenn der Schritt zu migrieren in der Regel mit Unsicherheit behaftet und die Rückkehr oft nicht einfach ist – Migration ist mit Hoffnung auf ein besseres Leben verbunden. Für die Migranten ebenso wie für ihre Familien.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Linda Wallbott

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