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Wortstark. Medien und Meinungsfreiheit in Bangladesch

Wortstark. Medien und Meinungsfreiheit in Bangladesch

02-2016 | Für den gesellschaftlichen Pluralismus ist die Freiheit des Wortes unerlässlich. Jede und jeder Einzelne muss das Recht haben, die eigene Meinung zu äußern und das in der Praxis auch uneingeschränkt tun können. Eine funktionierende Demokratie zeichnet sich gerade dadurch aus, dass auch unbequeme oder der Mehrheit gegenläufige Meinungen gehört werden.

Weltweit ist heute zu beobachten, wie Menschen angeklagt, gefoltert oder gar ermordet werden - nur weil sie Worte aussprechen. Weil sie sich damit für Minderheiten stark machen. Weil sie damit Missstände anprangern. Zensur oder der Versuch, andere Ideen und Kritik gewaltsam zu unterdrücken, zeugen von Schwäche. Dahinter steht die Furcht vor der Auseinandersetzung damit und einem drohenden Verlust von Macht.

Journalisten und Medienmacher sind durch ihre Arbeit besonders gefährdet. Sie haben einerseits einen klaren Auftrag: Geschehenes mit größtmöglicher Objektivität wiedergeben, um die Menschen ins Bild zu setzen, zu informieren. Aber sie haben daneben die nicht minder bedeutende Aufgabe, zur Meinungsbildung anzuregen. Dies beinhaltet große Verantwortung und birgt noch größere Angriffsflächen.

In Bangladesch zeigen Beispiele, wie Medienmacher und Einzelpersonen, die etwa durch Blogs öffentlich in Erscheinung treten, unter Druck gesetzt werden. Die Regierung entwirft und verabschiedet Gesetze, die der Wahrung der inneren Sicherheit dienen sollen aber zugleich die Meinungsfreiheit einschränken. Gerade im Zuge gesamtgesellschaftlicher Debatten, beispielsweise über den Umgang mit dem politischen Islam oder Kriegsverbrechern gilt es, sich nicht vereinnahmen zu lassen. Medienmachern und der Zivilgesellschaft kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Lesen Sie ab Seite 6, wie sich die Medienlandschaft Bangladeschs in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Die bangladeschische Menschenrechtsanwältin Sara Hossain spricht im Interview ab Seite 10 unter anderem über Gefahren für Journalisten im Land. Der Schwerpunkttext von Max Stille und Dirk Saam ab Seite 12 beschäftigt sich mit der Situation der Zivilgesellschaft in Bangladesch, die gegenwärtig mit alten und neuen Konflikten konfrontiert ist. Inmitten dieser Herausforderungen versuchen Attentäter, Terrorangst in Bangladesch zu verbreiten. Peter Dietzel kommentiert ab Seite 18, warum das keinen Erfolg haben wird.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Sven Wagner

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Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-10

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