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Raus aus dem Schatten - Dalits in Bangladesch

Raus aus dem Schatten - Dalits in Bangladesch

1-2010 | Früher hießen sie „Unberührbare“, heute nennen sie sich selbst Dalits. Diese Bezeichnung spiegelt das erwachte Selbstbewusstsein einer seit Jahrhunderten sowohl sozial und politisch als auch kulturell und ökonomisch ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe in Südasien wider. Diesen – Schätzungen zufolge 180 bis 200 Millionen – Menschen ist die erste Ausgabe dieser Zeitschrift im Jahr 2010 gewidmet.

Dalits sind nicht nur im hinduistischen Kastensystem aufgrund ihrer Tätigkeit und Abstammung vielfachen Diskriminierungen ausgesetzt, auch innerhalb anderer Religionsgemeinschaften werden sie in Südasien ausgegrenzt. Traditionell führten sie – und heute zum Teil immer noch – in der Gesellschaft als „unrein“ angesehene Tätigkeiten wie Latrinenreinigen, das Transportieren toter Tiere oder Straßenreinigung aus. In seiner Reportage (Seite 6 folgend) berichtet NETZ-Mitarbeiter Dirk Saam über die Situation der Dalits in Bangladesch.

Milon Kumar Das ist selbst ein Dalit. Er berichtet ab Seite 12 von seiner Kindheit und wie er seinen Entschluss fasste, für die Rechte der Dalits in Bangladesch einzutreten. Unter dem Motto „Von Dalits, für Dalits“ engagiert er sich als Geschäftsführer der Dalit-Organisation Parittran. Die Dalit-Aktivistin Shreemoti Tutia Bashpor kämpft für Frauen, die als Dalit und Frauen doppelt diskriminiert werden. Im Interview mit NETZ (ab Seite 14) berichtet sie von ihrem Engagement für die Dalits.

Walter Hahn, Koordinator der Plattform Dalit Solidarität in Deutschland, kennt die vielen Facetten der Diskriminierungen unter denen die Dalits in Südasien leben aufgrund seiner langen beruflichen und ehrenamtlichen Arbeit. Am Beispiel Indiens informiert er ab Seite 16 über das wachsende Selbstbewusstsein der Dalits sowie nationale und internationale Netzwerke, die sich für die Rechte der Dalits einsetzen.

Seit Erscheinen der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift hat sich in Bangladesch politisch und gesellschaftlich einiges bewegt. Aktuelle Meldungen und eine Analyse zur aktuellen politischen Situation finden Sie ab Seite 18. Auch zu Beginn des Jahres 2010 setzten sich wieder deutschlandweit in 35 Gemeinden die Sternsinger dafür ein, dass Gleichaltrige in Bangladesch die Schule besuchen können. Mit ihrem großen Engagement ermöglichten sie 3.351 Kindern der ärmsten Familien für ein Jahr den Besuch einer Grundschule! Berichte über diese und weitere Aktionen finden Sie ebenfalls in dieser Ausgabe (ab Seite 22). Im Gespräch mit NETZ (Seite 25 folgend) berichtet der aufstrebende und sozial engagierte Maler Anadi Kumar Boiragi von den Inspirationsquellen und Visionen für seine Arbeit.

Die Situation der Dalits rückt in Bangladesch, in Südasien und international immer weiter in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ich hoffe, dass Sie das Heft dazu einlädt, sich mit dem gewaltfreien Kampf dieser Bevölkerungsgruppe auch weiterhin auseinanderzusetzen: im Internet zu forschen, mit Freunden und Bekannten und in Ihren Aktionsgruppen zu diskutieren.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Heike Proelß, Redaktionsmitglied

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Dagmar Schwarze-Fiedler

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Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-10

In meinen Filmen geht es um die Zustandsbeschreibung der Gesellschaft und wie die Menschen unter diesen Bedingungen leben. Genau das berücksichtigen die NETZ-Projekte besonders. Mir liegt viel daran, dass meine Filme diese unterstützen.