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Die Kultur Bangladeschs zwischen Kultur und Moderne

Die Kultur Bangladeschs zwischen Kultur und Moderne

4-2003 | Wer die Zeitung aufschlägt, erhält - kurz vor dem Anzeigenteil - den Eindruck, dass Kultur ein schöner oder ärgerlicher Luxus ist, der viel Geld kostet. Und dass sie zur Lösung der harten Alltagsprobleme des Lebens wenig beiträgt. Doch ihr Wortsinn bedeutet pflegen und anbauen - mit den Mitmenschen und der Natur sensibel umgehen.

In der Entwicklungszusammenarbeit spielt Kultur eine zentrale Rolle, die der Entdeckung wert ist. NETZ greift diese Herausforderung auf - sei es bei der Förderung von Entwicklungsprojekten oder bei der Vorbereitung der Freiwilligen auf ihren Einsatz in Bangladesch. Es gilt, Projekte nicht nur administrativ effektiv abzuwickeln, sondern vor allem menschliche Belange und die gewachsenen Traditionen und Ausdrucksformen zu respektieren und zu berücksichtigen. Doch was bedeutet das konkret?

Das traditionelle gesellschaftliche Regelwerk in Bangladesch legt die Beziehungen unter den Menschen eindeutig fest: Wer in der sozialen Hierarchie oben steht, fällt die Entscheidungen. Die unter ihm Stehenden haben sie zu befolgen. Die Ärmsten sind ohnmächtig und ohne Stimme. Jedes Kind beginnt, diese Regeln zu verinnerlichen. Von seinem Patron kann der loyale Untergebene - im Idealfall - Schutz und in Notzeiten Hilfe erwarten.

Selbsthilfe, Emanzipation von Unterdrückung und die aktive Beteiligung der ärmsten Menschen an Entscheidungen scheinen im krassen Gegensatz zu dieser Kultur zu stehen.

Doch in jedem Menschen gibt es einen Traum von einem Leben in Würde, verdeckt, mitunter verbogen, oft ganz tief vergraben. Manchmal vermag er sich in eindringlich melancholischen Liedern seinen Weg aus der eingeschnürten Seele zu bahnen. Nicht wenige bengalische Lieder singen klagend von der Sehnsucht nach größerer Gerechtigkeit. Manchmal reden die landlosen Feldarbeiter davon, wenn sie an kühlen Winterabenden am Feuer zusammen sitzen. Und tausendfach findet die Zukunftshoffnung ihren Ausdruck in der Freude an den Kindern und in der Zuwendung zu ihnen. Auch der Umgang mit den Kindern ist Bestandteil der Kultur eines Landes.

Die Entwicklungsarbeit unserer Partner in Bangladesch bedeutet vielfach, dass Frauen, Tagelöhner, Kinder in den entlegenen Dörfern ihren Traum nicht mehr verstecken müssen. Wir freuen uns, wenn Sie diesen Traum mitträumen.

Ihr Peter Dietzel

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Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-10

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