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Besserung in Sicht? - Gesundheitsversorgung in Bangladesch

Besserung in Sicht? - Gesundheitsversorgung in Bangladesch

3-2011 | Bangladesch hat im Gesundheitssektor große Fortschritte gemacht, insbesondere in den letzten zehn Jahren. Vor allem in der Hauptstadt Dhaka erreichen einige private Kliniken inzwischen westliche Standards. Die Infrastruktur in ländlichen Regionen, wo drei von vier Menschen leben, wurde stark ausgebaut. Doch nach wie vor prägen ineffektive Strukturen sowie der Mangel an Fachpersonal und medizinischer Ausstattung das staatliche Gesundheitswesen. Nur allzu oft glänzen Ärzte und Krankenschwestern durch ihre Abwesenheit. Offiziell sind sie an einem staatlichen Krankenhaus angestellt, arbeiten aber in teuren Privatklinken. Laut Weltgesundheitsorganisation liegt die Abwesenheit von Ärzten bei über 40 Prozent. Zudem wechseln Fachkräfte oft in den lukrativeren privaten Gesundheitssektor. So sind aktuell 25 Prozent der Stellen an staatlichen Klinken unbesetzt. Eine staatliche Krankenversicherung gibt es nicht. Bisherige Angebote von privaten Anbietern und NGOs sind entweder noch sehr teuer oder bieten keinen umfassenden Schutz.

Korruption macht auch vor Krankheiten nicht halt. In staatlichen Krankenhäusern werden Patienten häufig aufgefordert, inoffizielle Gebühren zu zahlen. Behandlungen in Privatklinken sind oft so teuer, dass sich diese kaum jemand leisten kann. Insbesondere die Ärmsten sind davon betroffen. Für Behandlungen müssen sie die letzten finanziellen Reserven aufbrauchen, leihen sich Geld oder veräußern ihren Besitz. Sie können sich medizinische Versorgung ebenso wenig leisten, wie einen krankheits- oder verletzungsbedingten Arbeitsausfall. Die Krankheit oder Verletzung eines Elternteils kann so die Existenzgrundlage der gesamten Familie zerstören. Daher wenden sie sich häufig an informelle Anbieter von Gesundheitsdiensten, ohne medizinische Ausbildung.

Von den Mängeln der staatlichen Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten und dem Zusammenhang zwischen Krankheit und Armut berichtet Kai Fritze (ab Seite 4). Gesundheitsexperte Dr. Abbas Bhuiya skizziert im Gespräch mit NETZ das Gesundheitssystem in Bangladesch und zeigt auf, was notwendig ist, um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen (ab Seite 10). UNAIDS-Mitarbeiter Dr. Munir Ahmed gibt im Interview ab Seite 13 einen Überblick über die Verbreitung von HIV/Aids im Land und berichtet vom hohen Risikopotential bezüglich der Ausbreitung der Krankheit.

Von den negativen Auswirkungen des Klimawandel auf die Gesundheit und der Zunahme neuer Risiken berichtet Linda Wallbott (Seiten 15-17). Insbesondere Frauen sind davon betroffen. NETZ-Mitarbeiterin Anna Bucur berichtet ab Seite 18 von ihrer Begegnung mit dem 12-jährigen Billal, der seit einer Typhuserkrankung schwerhörig ist. Die Autorin weist auf die Bedeutung von „inklusiver Entwicklung“ hin, also die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in Maßnahmen zur Armutsbekämpfung.

Eine interessante und aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen

Niko Richter, Redaktionsleiter

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