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Ein Leben lang genug Reis

Ein Leben lang genug Reis

Sonderausgabe 01-2020 | „zero hunger“, den Hunger beenden und Ernährung sichern, heißt das zweite der 2016 in Kraft getretenen Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Das Recht auf Nahrung ist seit 1976 im Sozialpakt völkerrechtlich ratifiziert. Doch während die Zahl chronisch hungernder Menschen global tatsächlich lange Zeit – wenn auch allzu langsam – zurückging, so stieg sie 2019 zum dritten Mal in Folge wieder an.

Auch in Bangladesch werden die Erfolge im Kampf gegen den Hunger oft in den Vordergrund gestellt. Es scheint, als gehe es nur noch darum, auch wirklich alle mit einzubeziehen, niemanden zu vergessen („leave no one behind“). Und dabei ist, folgt man dem Hungerindex von 2019, jeder siebte Bangladeschi unterernährt! Differenziert man diese Zahl regional, so steigt sie für die nordwestliche Region des Landes sogar auf ein Drittel der Bevölkerung. Schaut man zudem auf die Ernährung von Frauen und Kindern, bleibt vom Fortschrittsnarrativ nur noch wenig übrig.

Die vorliegende Sonderausgabe der NETZ-Zeitschrift schildert an konkreten Beispielen die Gründe, warum der Kampf gegen Hunger und Unterernährung so schwierig ist. Sie erzählt von dem Zusammenwirken sozialer, rechtlicher und ökologischer Benachteiligung. Von struktureller Armut, die vererbt wird, den Folgen des Klimawandels und Machtmissbrauch. Die Berichte zeigen zudem, dass Sozial- oder Entwicklungsprogramme oft daran kranken, dass sie nicht den Ärmsten gegenüber Rechenschaft ablegen, sondern von anderen Interessen bestimmt sind.

Gleichzeitig rückt diese Ausgabe einen Ansatz zur Überwindung extremer Armut in den Fokus, der just dadurch viel verändern konnte, dass in ihm die Ärmsten Rechenschaft einfordern. Sie verlangen diese von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen und in gesellschaftlichen Prozessen, von denen sie bislang ausgeschlossen wurden. Im Projektansatz von „Ein Leben lang genug Reis“ entscheiden die Menschen, die nur selten gefragt wurden, die wesentlichen Schritte gemeinsam: wer aus dem Dorf am Projekt teilnimmt und welche Arbeit ihnen das meiste Einkommen bringt; welche Unterstützung sie von NETZ erhalten möchten und welche politischen Aktionen sie gemeinsam durchführen.

Ihr beharrliches und kreatives, mutiges und kooperatives Handeln zeigt uns allen, dass es möglich ist, auch scheinbar übermächtige Probleme zu lösen. Die ehemals Ärmsten beweisen, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht mit ökologischer Zerstörung einhergehen muss. Ebenso wie sie Bäume pflanzen, deren Wurzeln die Böschungen bei Flut zusammenhalten, weben sie Sicherheitsnetze und halten bei alltäglichen Bedrohungen zusammen. Anstatt Armut zu vererben, geben sie Hoffnung weiter.

Max Stille, Geschäftsführer NETZ e.V.

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Dagmar Schwarze-Fiedler

Dialog mit Spenderinnen und Spendern
schwarze-fiedler@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-10

In meinen Filmen geht es um die Zustandsbeschreibung der Gesellschaft und wie die Menschen unter diesen Bedingungen leben. Genau das berücksichtigen die NETZ-Projekte besonders. Mir liegt viel daran, dass meine Filme diese unterstützen.