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Armut ohne Ende? - Eine Zwischenbilanz der Millenniumsziele

Armut ohne Ende? - Eine Zwischenbilanz der Millenniumsziele

2-2010 | Mit der Millenniumserklärung haben 189 Staats- und Regierungschefs im Jahr 2000 Hunger, Analphabetismus, Geschlechterdiskriminierung, Krankheit und Umweltzerstörung den Kampf angesagt. Aus dieser Erklärung wurden acht Ziele abgeleitet, die klar definieren, was entwicklungspolitische Maßnahmen zur Armutsbekämpfung leisten sollen. An ihnen orientieren sich internationale Absichtserklärungen und nationale Strategiepapiere. Doch sind die Millenniumsziele so formuliert, dass Programme zu deren Umsetzung strukturelle Armutsursachen außer Acht lassen können, etwa die Ungleichverteilung von Vermögen, Land und politischer Macht sowie die Achtung der Menschenrechte.


Kritiker gehen davon aus, dass die Millenniumsziele in ihrer Gesamtheit nicht wie geplant bis zum Jahr 2015 erreicht werden. Wie sieht die Prognose für Bangladesch aus? Bevor beim Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen im September 2010 Erfolge und Herausforderungen bei der Zielerreichung diskutiert werden, zieht NETZ in dieser Ausgabe Bilanz. Ab Seite 4 können Sie die Debatte zu den Millenniumszielen noch einmal genau verfolgen. Der Historiker und Publizist Heiko Herold und der NETZ-Mitarbeiter Niko Richter sprechen über das Für und Wider der Entwicklungsagenda.

Stefan Priesner, Landesdirektor des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen in Bangladesch, spricht im Interview (ab Seite 10) über den Stand der Umsetzung im Land. Ab Seite 14 thematisiert der Leiter des NETZ-Landesbüros in Dhaka, Habibur Rahman Chowdhury, dass die Armut in Bangladesch nicht nachhaltig halbiert werden kann, so lange sie losgelöst von ihren strukturellen Ursachen bekämpft wird.

Das Porträt zweier Frauen (Seite 16-19) zeigt, wie NETZ gemeinsam mit Ihnen zur Situationsverbesserung im Land beiträgt. Es handelt von Veränderungen im Leben einer Teilnehmerin im NETZ-Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ und der Motivation einer ehrenamtlich engagierten Deutschen, die das Projekt unterstützt.

Auch im Rahmen der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ bringt NETZ Forderungen der Menschen aus Bangladesch gegenüber der Politik in Deutschland und Europa ein und appelliert an die deutsche Bundesregierung, ihre Zusagen zur Umsetzung der Millenniumsziele einzuhalten. Die Berichte zu Veranstaltungen und Aktionen (ab Seite 22) zeigen, dass jede und jeder einen Beitrag zum Kampf gegen Armut leisten kann. So berichtet die Künstlerin Kathrina Rudolph auf Seite 26, wie sie mit ihrer Ausstellung Frauen aus Bangladesch in die Öffentlichkeit bringt.

Weiterhin stirbt weltweit alle drei Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut. Dieses Sterben kann verhindert werden, wenn wir uns zu unserer Verantwortung bekennen. Nur gemeinsam können die globalen Probleme dieser Zeit bewältigt werden. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich mit NETZ für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Denkanstöße und Anregungen gibt Ihnen dieses Heft.

Ihre Anna Bucur, Redaktionsmitglied

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In meinen Filmen geht es um die Zustandsbeschreibung der Gesellschaft und wie die Menschen unter diesen Bedingungen leben. Genau das berücksichtigen die NETZ-Projekte besonders. Mir liegt viel daran, dass meine Filme diese unterstützen.