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Wer tötet den Wald? - Weltnaturerbe Sundarbans

Wer tötet den Wald? - Weltnaturerbe Sundarbans

4-2012 | Die Sundarbans, im Südwesten Bangladeschs gelegen und von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt, bietet vielen von Armut bedrohten Menschen eine Lebensgrundlage. Zu ihnen gehören unter anderem Fischer, Honigsammler und Kleinbauern. Doch die Existenz des größten Mangrovenwaldes der Erde ist massiv gefährdet.

Die Bedrohung der Sundarbans kommt aus vielen Richtungen: Der Klimawandel bringt große Verwüstungen durch Wirbelstürme und birgt die Gefahr, dass der komplette Wald bald dauerhaft überschwemmt sein könnte. Die Wirbelstürme Sidr im Jahr 2007 und Aila 2009 waren mehr als nur eine Warnung. Im Jahr 2009 waren 3,9 Millionen Menschen von den Zer-störungen betroffen, 190 kamen ums Leben.

Zugleich boomt der Tourismus in den Sundarbans. Viele Neugierige treibt der Wunsch den vielleicht berühmtesten Bewohner des Landes, den Bengalischen Tiger, zu Gesicht zu bekommen, in den Mangrovenwald. Eine lukrative Einnahmequelle für den Staat und für Reiseanbieter. Doch der Massentourismus ist selten ökologisch verträglich und stellt eine große Gefahr für das Ökosystem des Waldes dar. Ähnlich verhält es sich mit der Garnelenzucht, die in großem Maßstab im Umland der Sundarbans betrieben wird. Sie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Bangladesch; gleichzeitig hat sie negative Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Klar ist: Die Sundarbans müssen geschützt werden! Mit ihrer Existenz würde ein einzigartiger Tier- und Pflanzenbestand für immer vernichtet werden. Nicht nur das: Der Wald ist ein natürlicher Schutzschild vor Wirbelstürmen. Millionen Menschen und ein ganzer Industriezweig wären ohne ihn im Katastrophenfall der Naturgewalt hilflos ausgeliefert. Die Devise muss lauten: Wirtschaftliche Interessen und ein gewissenhafter Umgang mit der Natur müssen in Einklang gebracht werden.

Michelle Peña Nelz beschreibt auf den Seiten 4 bis 7 die sich verändernden Bedingungen für die Menschen, die in den Sundarbans ihre Lebensgrundlage finden. Im Interview diskutiert Dr. Monirul Khan Gefahren für den Mangrovenwald (Seiten 8 bis 10). Auf den Seiten 11 bis 13 erklärt Tamanna Khan die ökologischen Folgen des Massentourismus und zeigt Optionen auf, wie der Tourismus reguliert werden kann.

Zudem gibt NETZ-Mitarbeiter Dirk Saam auf den Seiten 14 bis 15 eine Ein-schätzung der politischen Situation in Bangladesch, ein Jahr vor der Parlamentswahl. Auf den Seiten 21 bis 22 bietet Sven Wagner eine Vorschau auf ein sportliches und kulturelles Großereignis, das Anfang 2013 in Dhaka stattfinden wird: Den Big Bangla Run.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen,

Kai Fritze

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