Comics in Bangladesch - Kunst, Kritik und Spiegel der Gesellschaft

Comics in Bangladesch - Kunst, Kritik und Spiegel der Gesellschaft

03/04-2017 | Bangladeschs Comicszene hat in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum erlebt. Sie findet großen Anklang bei einem stetig größer werdenden Publikum im In- und Ausland. Die Ausdrucksformen der thematisch verknüpften Bildsequenzen sind dabei so vielfältig wie die Interessen, Perspektiven und Erfahrungen der Menschen, die sie erschaffen. Viele der Geschichten laden in opulent gestaltete Fantasiewelten ein und erzählen von der Geburt und dem Fall von Superheldinnen und Superhelden. Dabei verweben sie immer wieder auch aktuelle soziale und politische Themen in ihre Geschichten. Sie kreieren dadurch ein kritisches Spiegelbild der Gesellschaft und laden zum Perspektivwechsel ein. Dieses Potenzial wird auch von Tageszeitungen und Zeitschriften in Bangladesch genutzt, in dem sie vermehrt Karikaturen bei Künstlerinnen und Künstlern der Comicszene in Auftrag geben.

Mehedi Haque, einer der Comic-Pioniere in Bangladesch, berichtet im Interview auf den Seiten 7 bis 8 von den Entwicklungen in der Szene und seiner Arbeit als Künstler. Er ist auch einer der Organisatoren der Dhaka Comic Con, einer Comic-Messe, die seit 2012 regelmäßig in Bangladeschs Hauptstadt stattfindet. Von der Messe und ihren Besucherinnen und Besuchern berichtet Lena Boeck (Seiten 9-10). Mit dem Skizzenblock hat der Multimedia-Journalist Dan Archer seinen Besuch in Gawair, einem Slum im Norden Dhakas, und seine Begegnungen mit den Menschen festgehalten. Im Mittelpunkt stehen die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Auf den Seiten 12 bis 21 sind drei seiner Geschichten dargestellt. Der junge Künstler Liton Shil erweckt mit seinen Bildern die Legende der Karam Puja, wie sie sich in einem Dorf in Nordbangladesch erzählt wird, zum Leben. Emilia Henkel berichtet (Seiten 22-26) davon, wie ihr diese Legende zum ersten Mal begegnet ist. 

Auch Fotos können zum Wechsel von Perspektiven einladen. Besonders wertvoll ist es, wenn dies jenseits von Stereotypen gelingt. Die Seiten 30 bis 33 bieten einen Einblick in die Arbeit der bangladeschischen Fotografen Jashim Salam, Noor Ahmed Gelal und Zahidul Karim Salim und ihre Sicht auf ihre Heimat.

Um dem Thema gestalterisch gerecht zu werden, erscheint diese NETZ-Zeitschrift als Doppelausgabe.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und anregende Perspektiven

Niko Richter, Stellvertretender NETZ-Geschäftsführer

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