Alte Heimat, neue Heimat. Die bangladeschische Diaspora in Deutschland.

Alte Heimat, neue Heimat. Die bangladeschische Diaspora in Deutschland.

Einige Bilder haben uns alle in diesen Tagen schockiert – das Bild des toten syrischen Jungen Aylan Kurdi am türkischen Strand, die Bilder der Flüchtlinge in Griechenland oder in Ungarn, Bilder von weinenden Kindern, erschöpften Frauen, verzweifelten Männern, die ihre Heimat verlassen mussten. In Erinnerung sind uns aber auch die Fernsehbilder von Freiwilligen in München oder anderswo in Deutschland, die ankommende Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen haben. Ein wichtiges Zeichen von Willkommenskultur.

Die Bangladeschis, die in Deutschland leben, sind begeistert von dieser Hilfsbereitschaft. Viele Beiträge in den sozialen Medien belegen das. Man erinnert sich an den Unabhängigkeitskrieg Bangladeschs 1971, als 10 Millionen Bengalen im Nachbarland Indien Zuflucht suchten. Ab Mitte der 1970er Jahre kamen auch Bangladeschis nach Deutschland, um Asyl zu suchen. Inzwischen leben zirka 9.000 Bangladeschis in Deutschland, überwiegend konzentriert in Großstädten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Köln. Es ist keine große Zahl. Aber sie sind Bestandteil der hiesigen Gesellschaft geworden. Unter ihnen findet man Professoren, Lehrkräfte, Ärzte, IT-Experten, Studierende, Unternehmer, Sozialarbeiter. Sie führen kein isoliertes Leben, sondern sind gut integriert. Bengalische Lebensmittelläden und Restaurants sind keine Seltenheit mehr. Veranstaltungen von bangladeschischen Vereinen bereichern das Kulturleben in Deutschland.

Viele Bangladeschis sind mit ihrer alten Heimat sehr eng verbunden. Sie besuchen Bangladesch regelmäßig und pflegen den Kontakt. Was in dem Land passiert, interessiert sehr viele der der hier lebenden Bangladeschis. Lesen Sie auf den Seiten 6 bis 8 wie Saki Mohammed einst als Flüchtling nach Deutschland kam und wie er bis heute mit Bangladesch verbunden ist. Über die Motivation, Bangladesch zu verlassen und die Perspektiven in der Diaspora schreibt Nazli Kibria (S. 9 bis 11).

Auf den Seite 15 erklärt Rafida Ahmed Banya, die Witwe des Anfang des Jahres ermordeten Bloggers Avijit Roy, im Gespräch ihre Sicht auf die Meinungsfreiheit in Bangladesch. Sie gehört ebenfalls zur bangladeschischen Diaspora und lebt in den USA. Auf den Seiten 18 bis 21 beschreibt Rukhshana Khan, wie Bangladeschis in Deutschland ihrer Kultur verbunden bleiben.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Abdullah Al-Farooq

NETZ-Vorstandsmitglied

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"Beyond the headlines, NETZ takes a second look at the complexity and contradictions of Bangladesh – a country that is undergoing rapid change. Transnational economic interests enter into a sinister alliance with local power structures at the expense of those excluded from education and elemental human rights. Besides their competent analyses, NETZ demonstrates that external assistance and self-determination fit together: a nutritious meal and social participation every day."