Grundbildung in Bangladesch

Gemeinsam Zukunft gestalten

Bildung ist ein Menschenrecht und eine zentrale Säule im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Bildung macht nicht unmittelbar satt oder wohlhabend. Doch sie ist eine zentrale Voraussetzung für nachhaltige individuelle und gesellschaftliche Entwicklung. Sie befähigt Menschen, ihr Leben besser zu bewältigen, ihre Gesellschaft mitzugestalten und aktiv am Leben der Gemeinschaft wie an politischen Prozessen teilzunehmen. Bildung hilft Krankheiten zu vermeiden und führt so zu einer höheren Lebenserwartung. 

Aus diesem Grund beschloss die internationale Gemeinschaft im Jahr 2000 auf dem Weltbildungsforum in Dakar den Aktionsplan „Bildung für alle“. Zwei der dort genannten Ziele wurden auch Millenniumsziele: Grundschulbildung für alle Kinder (Ziel 2) und Geschlechtergleichheit auf allen Bildungsebenen (Ziel 3).

Bangladesch hat große Fortschritte erzielt. Die Einschulungsrate an Grundschulen liegt UN­-Angaben zufolge bei 90%, ein Drittel mehr als noch 1990. Doch insbesondere die Qualität des Unterrichts und strukturelle Voraussetzungen sind oft mangelhaft – gerade in ländlichen Gebieten und in städtischen Slums. An staatlichen Schulen ist die Situation besonders prekär. Die Lehrkräfte sind unzureichend ausgebildet und müssen 60 bis 100 Kinder in einer Klasse unterrichten. Wenn 70% der Kinder am Ende der Grundschule weder ausreichend Lesen, Schreiben noch Rechnen können, dann stimmt etwas nicht. Und nur knapp die Hälfte der eingeschulten Kinder erreicht überhaupt den Abschluss! Viele brechen vor her ab, oftmals aufgrund der Armut der Eltern. Obwohl in Bangladesch Schulpflicht besteht und der Unterricht kostenfrei ist, drängen versteckte Kosten, wie etwa für Hefte, Stifte und Prüfungszulassungen, gerade die Kinder benachteiligter Familien aus der Schule. 

Über 3 Millionen schulpflichtige Kinder besuchen so immer noch keine Grundschule, insbesondere in entlegenen ländlichen Gebieten und Slums. Unter ihnen sind viele Angehörige indigener oder religiöser Minderheiten und auch Kinder mit einer Behinderung. NGOs haben gerade hier innovative kinderzentrierte Lehrmethoden entwickelt. Die Regierung baut inzwischen aktiv auf diese Unterstützung. Im aktuellen staatlichen Entwicklungsprogramm für den Grundbildungssektor wird endlich auch der Beitrag nichtstaatlicher Schulen für das Erreichen des 2. Millenniumsziels berücksichtigt. 

Es gibt viel positive Dynamik im Bildungssektor in Bangladesch! Doch große Herausforderungen bestehen weiterhin – auch nach dem Abschluss der Grundschule. Diese gilt es in einem ganzheitlichen und koordinierten Ansatz anzugehen: in enger Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und nichtstaatlichen Initiativen, unterstützt durch die internationale Gemeinschaft. Dabei kann auch jede und jeder von uns einen Betrag leisten.

Kontakt

Anastasia Rau

Referentin für Grundbildung und Menschenrechte
rau@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-20

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