Hunderttausende Rohingya auf der Flucht

Donnerstag, 14. September 2017

Seit Ende August 2017 sind UN-Angaben zufolge über 400.000 Rohingya, darunter 240.000 Kinder, von Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Dies entspricht einem Drittel aller in Myanmar lebenden Rohingya. Hintergrund sind massive Operationen der Sicherheitskräfte Myanmars gegen Angehörige der muslimischen Minderheit im Bundesstaat Rakhine. Der Regierung Myanmars zufolge gehen die Armee und die Polizei ausschließlich gegen Rohingya-Rebellen infolge von Angriffen auf Polizeistationen am 25. August 2017 vor und es werde alles dafür getan, die Zivilbevölkerung zu schützen. Internationale Menschenrechtsorganisationen verurteilen das Vorgehen der Sicherheitskräfte scharf und weisen auf die prekäre humanitäre Lage für die Menschen in den betroffenen Regionen Myanmars sowie auf die Not der geflüchteten Menschen hin.

UN-Generalsekretär António Guterres warnt vor einer humanitären Katastrophe durch das Vorgehen der Sicherheitskräfte in Myanmar, welches UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein als "Musterbeispiel für ethnische Säuberungen" bezeichnet. Der UN-Sicherheitsrat zeigt sich in einer Sondersitzung am 13. September 2017 besorgt über "den Einsatz übermäßiger Gewalt bei der Militäroperation" und verlangt freien Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen nach Rakhine. Die Bemühungen Bangladeschs zur Unterstützung der geflüchteten Menschen begrüßt der Sicherheitsrat ausdrücklich. Die Rohingya werden von den Vereinten Nationen als die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt eingestuft. Ansässig sind die meisten der zirka 1,2 Millionen Rohingya in Myanmar im westlichen Bundesstaat Rakhine. Ein Gesetz aus dem Jahr 1982 verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft in dem mehrheitlich buddhistischen Land. Auf Grund von Repression und Verfolgung leben gegenwärtig über 1,5 Millionen geflüchtete Rohingya in weiteren Ländern Asiens.

An den Orten, an denen sich aktuell die aus Myanmar geflüchteten Rohingya in Bangladesch versammeln, herrschen alarmierende Zustände - trotz der Hilfsmaßnahmen durch die Regierung, von NGOs und der Lokalbevölkerung. Es mangelt unter anderem am Zugang zu sauberem Wasser, an Nahrungsmitteln sowie medizinischer Versorgung. Die Regierung Bangladeschs ruft die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf - für die Beendigung der Gewalteskalation in Myanmar sowie für Hilfsmaßnahmen für die geflüchteten Menschen.

Gute Infos aus Bangladesch -
ich unterstütze dies mit 5 €.

Senden Sie eine Charity-SMS mit dem Kennwort
NETZ
an die Kurzwahl 81190. Über Ihren Handy-Vertrag werden 5 € abgerechnet. NETZ erhält 4,83 €. Ihre Handy-Nr. wird nicht für Werbung genutzt. Sicher.