NETZ e.V. Jahresbericht

Jahresbericht 2016 – Aktivitäten & Finanzen 2015

NETZ kämpft für Menschenwürde und gegen Hunger in Bangladesch. Partnerschaftlich und professionell unterstützt NETZ Selbsthilfe - für Ernährung, Bildung und Menschenrechte.

Liebe Leserin, lieber Leser,

„wir haben den Hunger überwunden, weil wir die Chance dazu bekommen haben“, sagt Selestina Tirky. Sie hat im NETZ-Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ Produktivkapital und Schulungen erhalten, erwirtschaftet nun „jedenTag- drei Mal zu essen“, wie sie sagt, und schickt ihre beiden Kinder zur Schule. Mit ihrer Selbsthilfe-Organisation vertritt sie in ihrer Gemeinde die Interessen der Menschen, die am stärksten benachteiligt sind.

2016 hat eine neue Entwicklungsära- begonnen. Alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) haben die globale Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. „Den Hunger beenden“ lautet das zweite der insgesamt 17 Ziele. Die Armut beseitigen, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten, Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen verwirklichen sind weitere Ziele. Bis 2030 sollen diese erreicht werden. Die Strategie von NETZ für den Zeitraum 2016 bis 2021 passt mit dieser Agenda zusammen.

Die Agenda 2030 folgt auf die acht Millenniumsziele der UN für die Jahre 2000 bis 2015. Nachweislich haben die Menschen in Bangladesch hier beachtliche Fortschritte erreicht. NETZ hat mit seiner Arbeit dazu beigetragen.

Selestina Tirky und weitere 51.602 Frauen haben den Nachweis erbracht, dass sich die Menschen mit eigener- Kraft dauerhaft aus dem Hunger befreien können. Sie zeigen auch, wie dies einhergehen kann mit gesellschaftlicher Teilhabe. Niemand muss bis 2030 warten. Bereits heute dürfte kein einziges Kind in Bangladesch mehr hungrig zu Bett gehen und unterernährt aufwachsen.

Dazu sind Strukturen aufzubrechen, die den Menschen ihr Recht auf Nahrung verwehren. Gleichgültigkeit kann überwunden und jede Menge Kreativität darf entwickelt werden, um diesen Weg der Befreiung zu ermöglichen.

Ich danke Ihnen allen sehr, die im letzten Jahr zu den vielen positiven Veränderungen beigetragen haben. Engagieren Sie sich bitte auch jetzt – mit Ihrer Hoffnung, Ihrem Mut und Ihrer konkreten Unterstützung.

Peter Dietzel, 
Geschäftsführer

NETZ und die  Millenniumsziele

Von 2000 bis 2015 hat die Entwicklungspartnerschaft von NETZ viele Veränderungen ermöglicht:

1.  Bekämpfung des Hungers: 171.000 Menschen haben im Programm „Ein Leben lang genug Reis“ dauerhaft den Hunger überwunden.

2.  Grundbildung: 26.098 Kinder haben eine NETZ-geförderte Grundschule besucht, weitere 33.427 wurden an staatlichen Grundschulen unterstützt.

3.  Frauen stärken: 53.078 Frauen haben an Schulungen teilgenommen; sie treten für ihre Rechte ein und gestalten die Entwicklung ihrer Dörfer mit.

4.-6.  Kindersterblichkeit verringern, Gesundheitsversorgung für Mütter, Krankheiten eindämmen: Verbesserte Ernährung, Trinkwasserversorgung, hygienische Toiletten und Gesundheitsvorsorge als Ergebnis des Programms „Ein Leben lang genug Reis“ kommen Kindern, Müttern und Vätern zugute. Schüler an NETZ-geförderten Schulen werden ärztlich behandelt.

7.  Ökologische Nachhaltigkeit: Unter anderem haben Familien im Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ insgesamt 551.234 Bäume gepflanzt.

8.  Entwicklungspartnerschaft: NETZ und bangladeschische NGOs, Freiwilligendienste und Schulpartnerschaften haben die Zusammenarbeit zwischen Bangladesch und Deutschland gestärkt.

Darüber hinaus haben in diesem Zeitraum 38.469 Frauen und Männer an Schulungen in Menschenrechten teilgenommen; sie schreiten gegen Gewalt und Diskriminierung ein.

Ein Leben lang genug Reis

Ein Leben lang genug Reis

Werden Sie Starthelferin und Starthelfer mit 85 Euro für eine Familie.

Von jedem Euro verwendet NETZ

88 Cent für direkte Veränderungen in Bangladesch

5 Cent für Völkerverstädigung und Globales Lernen

7 Cent für die notwendige Verwaltung und Werbung laut DZI-Richtlinien

Ich bin sehr beeindruckt, mit welchem Erfolg und welcher Energie die Frauen in NETZ-Projekten ihre kleine Landwirtschaft führen. Für die Spender ist es gut zu wissen, dass das Geld dort ankommt, wo es hin soll.