Starke Frauen - starke Dörfer

Frauen in Bangladesch, NETZ und seine Partner vor Ort haben den Nachweis erbracht:Unterernährte Menschen können aus eigener Kraft den Hunger überwinden. Was sie benötigen sind Startkapital, Schulungen und Selbsthilfe-Strukturen im Dorf.

Wo Armut weh tut: 26 Millionen Menschen in Bangladesch sind chronisch unterernährt. Sie nehmen weniger als 1.800 kcal Nahrung pro Tag zu sich. Das durchschnittliche pro-Kopf-Einkommen in diesen Haushalten beträgt weniger als 0,28 Euro pro Tag. Die Familien essen einmal täglich, höchstens zweimal, in geringer Menge und sehr schlechter Qualität. Bei Kleinkindern führt dies zu langfristigen Schäden.

Was die Frauen erreicht haben: Menschen in den entlegenen Regionen, nichtstaatliche Organisationen, Fachberater und NETZ haben gemeinsam das Modell „Ein Leben lang genug Reis“ zur Ernährungssicherung entwickelt: 41.000 Frauen aus extrem armen Familien haben mittlerweile ein Startkapital erhalten, das sie nicht zurückbezahlen – etwa eine Kuh, mehrere Ziegen oder Saatgut samt Pachtgebühr für ein kleines Feld. Sie nahmen an Schulungen teil und wurden durch Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter intensiv beraten. In ihrer jeweiligen ländlichen Gemeinde haben sich die Frauen in Selbsthilfe-Organisationen zusammengeschlossen. Zum Beispiel erwerben sie gemeinsam Saatgut und erhandeln auf dem Markt reelle Preise für ihr Vieh. Nach empirischen Erhebungen von NETZ haben die Familien, die am Projekt teilnehmen, ihr durchschnittliches pro-Kopf-Einkommen innerhalb von drei Jahren verdreifacht. Sie haben nun ausreichend Nahrung und erste Rücklagen. Allerdings leben sie noch unter der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag.

Die Selbsthilfe-Organisation in Rajshahi hat einen Teich gepachtet, den die Familien nun gemeinsam bewirtschaften.

Empowerment: Bei ihren Treffen sprechen die Frauen über ihre Rechte und wie sie diese schrittweise durchsetzen. Es geht um die Verhinderung von Kinderehen, um Gewalt gegen Frauen oder Mitgiftbetrug. In zunehmenden Maß machen Selbsthilfe-Organisationen die Verwaltung und Lokalpolitiker rechenschaftspflichtig, indem sie die Sozialleistungen einfordern, die älteren Menschen, Witwen und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zustehen. Sie treten dafür ein, dass landlose Familien die staatlichen Anbauflächen erhalten, auf die sie einen Anspruch haben.

Der nächste Schritt: Die Frauen benötigen durchgängig Zugang zu Kapital für produktive Investitionen. 120 Selbsthilfe-Organisationen gibt es inzwischen in 120 Gemeinden, mit jeweils rund 200 Mitgliedern. Die Hälfte davon konnte NETZ bereits mit einem kleinen Kapitalfonds ausstatten, doch jede Selbsthilfe-Organisation soll einen Kapitalfonds zur Verfügung haben.

Shamsun Nahar hat sich mit einem Kredit aus dem Kapitalfonds ihrer Selbsthilfe-Organisation einen Ballen Netzstoff gekauft. Die Handnetze, die sie daraus näht, finden bei den Fischern am Fluss Tiesta reißend Absatz.

Was die Frauen tun: Jede Frauen-Organisation richtet ein Bankkonto ein und erhält Schulungen in Finanzmanagement. Sie verwaltet die Ersparnisse ihrer Mitglieder und gibt Kleinkredite aus. Dadurch erhalten die Frauen frisches Kapital zu besseren Bedingungen als auf dem Markt. Bei lokalen Geldverleihern liegt der günstigste Zinssatz für einen Kredit bei 150 Prozent. Für jeden Kredit, den die Selbsthilfe-Organisationen aus ihrem eigenen Fonds an die Frauen vergeben, erheben sie einen Zinssatz von nominal 10 Prozent. Die Rückzahlungsmodalitäten stimmen sie flexibel auf die individuelle Investition der Kreditnehmerin ab. Die Zinseinnahmen erhöhen nach und nach das Kapitalvolumen der Selbsthilfe-Organisationen und gleichen die Inflation aus. Die Bonitätsprüfung ist einfach, denn die Frauen kennen sich gegenseitig gut und können einschätzen, wer mit wieviel Geld sinnvoll wirtschaften kann. Bei Bedarf leisten sie praktische gegenseitige Unterstützung: wenn zum Beispiel eine Frau sich nicht um ihre Kuh kümmern kann, weil das Kind ins Krankenhaus muss, übernimmt das ein Gruppenmitglied. Denn die Frauen haben ein hohes Interesse daran, dass das Kapital ihrer Selbsthilfe-Organisation wächst und nicht abnimmt.

Die Ziele: In ihren Gemeinden treten die Frauenorganisationen für die Belange der Menschen ein, die am stärksten benachteiligt sind. Die Selbsthilfe-Organisationen managen eigenständig ihre Fonds, deren Kapital ansteigt. Innerhalb von weiteren drei Jahren erhöhen die Familien ihr durchschnittliches Einkommen inflationsbereinigt um 50 Prozent.

Zur Einrichtung ihres Kapitalfonds benötigt eine Selbsthilfe-Organisation 2.000 Euro.

Ihre Spende von 23 Euro ermöglicht einer Frau die Teilnahme an einer Schulung in ihren Rechten.

Der ganze Kurs für 24 Leiterinnen der Selbsthilfe-Organisationen kostet 552 Euro.

Machen Sie bitte mit!

IBAN: DE82 513 900 0000 0000 6262
NETZ e.V. Bangladesch
Volksbank Mittelhessen
BIC: VB MH DE 5F
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Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenquittung. Bitte geben Sie Ihre Adresse vollständig an.

Projekt-Flyer zum Download

Kontakt

Dagmar Schwarze-Fiedler

Dialog mit Spenderinnen und Spendern
schwarze-fiedler@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-10

Starke Frauen - starke Dörfer

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Zur Einrichtung ihres Kapitalfonds benötigt eine Selbsthilfe-Organisation 2.000 Euro.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat NETZ das Spenden-Siegel "Geprüft + Empfohlen" verliehen. Es steht für einen sorgsamen Umgang mit Spenden, die Sie uns anvertrauen.

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