Dshoripa

Text: Laura Grupp / Foto: Kuddus Alam

9-jährige Mädchen haben Träume, überall auf der Welt. Dshoripa (in der roten Kleidung) ist eine von ihnen. Sie kommt aus dem Norden Bangladeschs. Doch während viele Mädchen in Europa von einem eigenen Pferd träumen oder vom nächsten Ferienlager, träumt Dshoripa davon, nach der Schule eine Universität zu besuchen. Täglich erfährt sie, dass zur Schule zu gehen ein besseres Leben bedeutet. Das hofft auch ihre Familie.

Dshoripa: „Wir haben nicht viel Geld. Mein Vater ist krank. Alle in der Familie müssen mithelfen. Zu Hause helfe ich meinen Eltern beim Wasser holen, ich mache Feuer und nach dem Essen den Abwasch. Morgens gehe ich in die Schule, esse später meinen Reis und helfe danach den Kindern, die nicht so gut in der Schule sind. Wenn ich mit der Schule fertig bin, dann möchte ich eine Universität besuchen.“

Dshoripas Mutter: „Irgendwann kam jemand und sagte, dass Dshoripa, unsere jüngere Tochter, in die neue Schule kommen sollte. Für Bücher und Stifte müssen wir nichts zahlen, auch sonst müssen wir nichts zahlen. Das ist ein großer Vorteil für uns, denn wir haben wenig Geld. Ob es sonst noch einen Vorteil hat? Sie kann für uns rechnen und zählen. Wenn sie etwas einkauft, dann kann sie den Preis genau ausrechnen. Keiner kann sie betrügen. Sie kann für uns lesen und sie kann für uns schreiben. Unsere ältere Tochter bekommt keine Arbeit, weil sie nicht schreiben und lesen kann. Wir konnten ihr die Schule nicht bezahlen. Dshoripa wird eine Arbeit bekommen. Damit kann sie uns und sich selbst helfen.“

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Dieser Beitrag erschien in der Ausgabe 2/2009 der Bangladesch-Zeitschrift NETZ zum Thema "Gemeinsam Zukunft gestalten - Grundbildung in Bangladesch. Diese NETZ-Ausgabe finden Sie unter der Rubrik "Unterrichtsmaterial" in unserer Mediathek.