Wie lange dauert der Freiwilligeneinsatz?

Die Mitarbeit im Rahmen des Freiwilligendienstes in Bangladesch beträgt 12 bis 24 Monate. Nach der Rückkehr sind die Freiwilligen in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von NETZ aktiv.

Die Vorbereitung in Deutschland erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten. Die Vorbereitung sowie der Einsatz in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit nach der Rückkehr finden berufs-, studien-, bzw. schulbegleitend statt.

Wie ist der Freiwilligendienst aufgebaut?

Der Freiwilligendienst in Bangladesch erfordert eine umfassende Vorbereitung. Diese beinhaltet neben der individuellen Einarbeitung in Landes-, Projekt- und arbeitsrelevante Themen mehrere Seminare und ein Praktikum in der Geschäftsstelle von NETZ in Wetzlar. Zudem nehmen die Freiwilligen während der Vorbereitung an öffentlichen Veranstaltungen von NETZ teil und gestalten diese auch mit. Der Einsatz in Bangladesch beginnt mit der Ausreise im August eines Jahres.

In Bangladesch belegen die Freiwilligen zunächst einen Bengalisch-Sprachkurs. Anschließend beginnt die Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation von NETZ. Im Februar des folgenden Jahres findet ein Zwischenseminar in Bangladesch statt. Während der gesamten Zeit werden die Freiwilligen vor Ort durch eine bangladeschische Mentorin pädagogisch begleitet.

Im August kehren die Freiwilligen nach Deutschland zurück. Im Oktober findet ein Nachbereitungsseminar statt. Von da an sind sie dann in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von NETZ aktiv und berichten von ihren Erfahrungen und ihrer Arbeit in Bangladesch. Die Teilnahme an den Veranstaltungen wird individuell abgestimmt.

Wann findet was statt?

Februar

  • Orientierungs- und Auswahlseminar (3 Tage)

März bis August
Die Vorbereitungszeit:

  • Individuelle Vorbereitung
  • 2 Vorbereitungsseminare (3 Tage und 5 Tage)
  • Teilnahme an der Mitgliederversammlung von NETZ (3 Tage)
  • Praktikumstage in der Geschäftsstelle von NETZ
  • Ausreiseseminar (3 Tage)

Ab Ende August
Freiwilligendienst in Bangladesch (12 - 24 Monate)

Oktober des Folgejahres
Rückkehrer/innen-Seminar (3 Tage)

ab Oktober
Mitarbeit in Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von NETZ in Deutschland

Welche Arbeitsbereiche gibt es?

Die Einsätze erfolgen ausschließlich in Bangladesch, meist in ländlichen, oft abgelegenen Gebieten. Die Freiwilligen unterstützen unsere Partnerorganisationen in den Bereichen Grundbildung, wirtschaftliche Selbsthilfe, Menschenrechte, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.

Weitere Informationen zu Aufgabenbereichen findet Ihr hier.

Wer kann durch "weltwärts" gefördert werden?

Freiwillige können über das "weltwärts"-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert werden, wenn sie:

a) bei Dienstantritt zwischen 18 und 28 Jahre alt sind,

b) Abitur bzw. mindestens einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung vorweisen können und

c) deutsche Staatsangehörige bzw. Ausländer/innen mit mindestens drei Jahren dauerhaftem Aufenthalt und Aufenthaltsrecht/-titel in Deutschland sind.


Auch Interessierte, die nicht die "weltwärts"-Kriterien erfüllen, können einen Freiwilligendienst in Bangladesch leisten. NETZ gibt Hilfestellung beim Aufbau eines Förderkreises.

Welche Kosten werden durch "weltwärts" abgedeckt?

Folgende Aufstellung gilt für Freiwillige, die über das "weltwärts"-Programm des BMZ gefördert werden:

  • Unterkunft-, Verpflegungs-, Reise- und Seminarkosten (exklusive dem Orientierungs- und Auswahlseminar) in der Vorbereitungszeit in Deutschland;
  • Visum
  • Impfungen
  • Flugkosten nach Bangladesch
  • Versicherungen für den Freiwilligendienst
  • Sprachkurs in Bangladesch
  • Taschengeld - Unterkunft-, Verpflegungs-, Reise- und Seminarkosten in Bangladesch

Darüber hinaus bittet NETZ die Freiwilligen, einen Förderkreis aufzubauen und gibt Hilfestellung dabei.

Warum ist ein Förderkreis notwendig und wichtig?

Bei einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Bangladesch entstehen Kosten, die NETZ nur zum Teil vom "weltwärts"-Programm erstattet bekommt. 75% der Kosten trägt das Bundesentwicklungsministerium, die restlichen 25% trägt NETZ. Einzelspenden können nur einen kleinen Teil der anfallenden Kosten abdecken. Daher ist es wünschenswert, dass der Anteil von NETZ über die Beiträge eines Förderkreises finanziert wird. Aus diesem Grund bitten wir die Freiwilligen einen Förderkreis aufzubauen. Dieser kann etwa aus Einzelpersonen, Schulen, Eine-Welt-Läden, Vereinen, Kirchengruppen usw. bestehen, die einen Freiwilligenplatz unterstützen. Beispielsweise könnten zehn Einzelpersonen oder Institutionen einen Freiwilligendienst mit jeweils 20 Euro im Monat unterstützen.

Neben der Finanzierung einer oder eines Freiwilligen erfüllt der Förderkreis noch eine weitere wichtige Funktion: Hier finden sich Menschen zusammen, die an Eurem Einsatz, Bangladesch und der Arbeit von NETZ Interesse haben. Nach der Rückkehr aus Bangladesch informieren die Freiwilligen z.B. auf Bildungsveranstaltungen die Unterstützerinnen und Unterstützer über ihre Erfahrungen und Arbeit in Bangladesch und diskutieren mit den Teilnehmenden über verantwortungsbewusstes globales Handeln und soziales Engagement. So leisten die Freiwilligen auch einen wichtigen Beitrag für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland.

Welche Voraussetzungen müssen Bewerberinnen und Bewerber erfüllen?

Die Auswahl der Freiwilligen erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Kriterien sind u.a.: Volljährigkeit, Erfüllung der für die Arbeitsbereiche genannten Voraussetzungen, persönliches Verhalten, bisheriges soziales Engagement, Teamfähigkeit, Flexibilität, psychische und physische Belastbarkeit. Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung.

Wie realistisch ist die Chance entsandt zu werden?

Der Freiwilligendienst erfordert intensive Begleitung durch NETZ. Deshalb ist die Zahl der Freiwilligen beschränkt. In der Regel reisen pro Jahr sieben bis neun Freiwillige aus. Es hat sich gezeigt, dass bei uns zwar viele Anfragen eingehen, aber diejenigen die letztlich ernsthaft interessiert sind und die Voraussetzungen erfüllen, eine gute Chance haben, genommen zu werden.

Ich konnte in den Gesichtern vieler Frauen und Männer deren Willen und ihre Stärke sehen, mit der sie bereit sind für ihre Familien zu kämpfen. Bildung, ein gesichertes Einkommen und eine gewaltfreie Umgebung sind dafür die wichtigsten Voraussetzungen!

Bei meinen Bildungsveranstaltungen zeigen mir die Teilnahme und das Interesse der Menschen, dass uns die Probleme in Bangladesch sehr wohl etwas angehen. Uns sind nicht die Hände gebunden – jede und jeder kann einen Beitrag leisten.

Nie hätte ich gedacht, dass es möglich ist, so viel Neues zu sehen und zu erleben. Dass es möglich ist, in eine anfangs so fremd erscheinende Gesellschaft und Kultur einzutauchen und irgendwo seinen Platz in ihr zu finden.

Die Erfahrung mit NETZ hat mir gezeigt, dass wir alle gemeinsam doch viel verändern können.

Kontakt

Anastasia Rau

Referentin für Grundbildung und Menschenrechte
rau@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-20