Prof. Mohammad Yunus

Das deutsche Bangladesch-Hilfswerk NETZ gratuliert

Professor Mohammad Yunus zum Friedensnobelpreis

Das deutsche Bangladesch-Hilfswerk NETZ reagiert sehr erfreut auf die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Grameen Bank Gründer Mohammad Yunus. Damit gelangt die Situation der armen Bevölkerung Bangladeschs in die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. 62 Millionen Menschen leben in Bangladesch unter der Armutsgrenze. 

NETZ Geschäftsführer Ingo Ritz gratuliert Professor Yunus: "Die Grameen Bank hat mit ihrer Arbeit gezeigt, dass die Menschen in Bangladesch sich selbst helfen können. Sie entkommen der Armut, wenn ihnen Chancen gegeben werden. Frauen investieren z.B. in Kühe und Hühner. Sie schaffen es, ihre Familien besser zu ernähren und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Wir arbeiten gemeinsam daran, die schöne Vision von Professor Yunus zu verwirklichen: In Zukunft sollte Armut nur noch im Museum zu sehen sein." 

NETZ ist seit 1979 auf Bangladesch spezialisiert. Das Hilfswerk unterstützt die Selbsthilfe der ärmsten Bevölkerung. Kleinkredite sind dafür ein wichtiges Instrument. Die Menschen nehmen an beruflichen Schulungen teil. Zudem werden Selbsthilfe-Organisationen aufgebaut, mit denen die Ärmsten ihre Rechte einfordern. 

Weitere Informationen:

Der 1940 geborene Mohammad Yunus ist einer der bekanntesten Vertreter der Zivilgesellschaft Bangladeschs. Er studierte Ökonomie zunächst in seiner Heimat, setzte in den USA sein Studium fort und promovierte im Jahr 1970 an der Vanderbilt University. Bis 1972 war er Dozent in Tennesee. 1972 kehrte er nach Bangladesch zurück und wurde Mitglied der Planungskommission der bangladeschischen Regierung. Im Anschluss lehrte er Ökonomie an der Universität von Chittagong, wo er 1975 zum Professor ernannt wurde. Einen Namen machte er sich vor allem als Gründer der Grameen Bank (Dorfbank), deren Konzept er ab 1976 entwickelte. Diese "Bank für Arme" vergab seit ihrer offiziellen Gründung im Jahr 1983 Kredite an 6,6 Millionen Menschen, vor allem arme Frauen. Nach eigenen Angaben der Bank beträgt die Rückzahlungsquote 98 Prozent.