"Eisenfresser" bauen sich eine Zukunft

NETZ fördert Selbsthilfe der Arbeiter aus dem Film

Bisher setzte Riazur tagtäglich sein Leben ein, um mit bloßen Händen ausgediente Öltanker auseinander zu nehmen. Er ist einer der Arbeiter, die Regisseur Shaheen Dill-Riaz porträtiert, um in seinem Film "Eisenfresser" die menschenverachtenden Bedingungen in der Abwrack-Industrie Bangladeschs aufzuzeigen. Doch jetzt macht Riazur in einem Entwicklungsprojekt der Bangladesch-Organisation NETZ mit. Wie die anderen Arbeiter aus dem Norden des Landes, die in der mehrfach preisgekrönten Dokumentation zu sehen sind, erhielt Riazur ein Startkapital, um eigenes Einkommen erwirtschaften zu können. 

Barfuss, das schwere Stahlseil auf den Schultern, watet Riazur durch knietiefen Schlick. Zusammen mit anderen Arbeitern verbindet er Schiffsteile mit der Seilwinde, um sie an Land zu befördern. Immer wieder schneiden sich die Seilträger an rostigen Schrottsplittern, die im Schlamm liegen. Riazur erledigt einen der gefährlichsten und härtesten Jobs in der Abwrack-Zone. Wie alle Arbeiter wartet er oft vergeblich auf seinen ohnehin geringen Lohn. Wie alle seine Kollegen ist er sich der gnadenlosen Ausnutzung nur allzu bewusst, aber trotz Wut im Bauch hat er keine Aussicht, dem Verhängnis zu entkommen. Und wie alle Protagonisten des Films träumt er davon, für immer der Werft den Rücken zu kehren und sich in der Heimat eine eigene Existenz aufzubauen.

Durch das Entwicklungsprogramm "Ein Leben lang genug Reis" von NETZ erhielt Riazur jetzt die Chance dazu. Regisseur Shaheen Dill-Riaz und Produzentin Kathrin Lemme steckten die Honorare der "Eisenfresser" für die Dreharbeiten in das Projekt: In ihren Heimatdörfern erhielten die Arbeiter Kühe, Ziegen oder Hühner, um eigenes Einkommen erwirtschaften und ihre Familien ernähren zu können. Zudem schütteten sie mit der Dorfbevölkerung ein Flutschutz-Areal auf, um vor Überschwemmungen gewappnet zu sein. Denn mitten durch Riazurs Heimatdistrikt Kurigram fließt der zehn Kilometer breite Jamuna-Fluss; die regelmäßig auftretenden Fluten und die damit einhergehende Hungersnot zwangen die Männer bisher jedes Jahr, ihre Heimat zu verlassen und Geld in der Abwrack-Zone zu verdienen. 

Insgesamt erreicht NETZ mit seinem Programm "Ein Leben lang genug Reis" derzeit 12.800 der ärmsten Familien in Bangladesch und bewirkte die Aufschüttung von zehn Flutschutz-Arealen. "Sicherheit und regelmäßiges Einkommen, das die Menschen im Norden jetzt erhalten, ist die beste Alternative zu ausbeuterischer Arbeit," ist NETZ-Projektkoordinator Peter Dietzel überzeugt, "denn es ist die Armut, die Menschen wie die ‚Eisenfresser' täglich zwingt, ihr Leben in menschenverachtenden Arbeitsverhältnissen zu riskieren." 

Unterstützen Sie bitte die Selbsthilfe. Ermöglichen Sie Menschen in Bangladesch ein regelmäßiges eigenes Einkommen in Würde. 

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