Menschenrechte

Die Sicherung grundlegender Menschenrechte ist in der Verfassung Bangladeschs festgeschrieben. In der Realität jedoch gibt es große Bevölkerungsgruppen, deren Rechte systematisch verletzt werden. Hierzu gehören Landlose, Frauen und Minderheiten. Die geltenden Gesetze werden nicht ordnungsgemäß angewandt und durchgesetzt. Aber auch der Gesetzesrahmen ist an vielen Stellen verbesserungswürdig.  

Obgleich die Regierung Bangladeschs die internationalen Menschenrechtspakte ratifiziert hat, wird in der Praxis kein umfassender Menschenrechtsschutz gewährt. Dies liegt vor allem an der schwachen Gerichtsbarkeit, einem unzureichend funktionierenden Parlamentarismus sowie weit verbreiteten Formen von Korruption und Klientelismus. Gesellschaftlich schwache Gruppen wie extrem Arme, indigene Völker und religiöse Minderheiten sind besonders bedroht Opfer von gewaltsamer Landvertreibung, Ausbeutung und sexueller Gewalt zu werden. Ihnen fehlt es an Informationen über ihre Rechte und wie sie diese einfordern können.  

Aufgrund der vorherrschenden patriarchalischen Werte werden Frauen in Bangladesch benachteiligt. Die Folge ist eine Häufung von körperlicher und sexueller Gewalt an Frauen, Polygamie, Frühehen, gewaltsame Einforderung von Mitgiftzahlungen sowie eine Frauen diskriminierende Rechtsprechung. Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind 57% der Frauen in Bangladesch bereits Opfer von Gewalt geworden.  

Die auf nationaler Ebene eingesetzten Kommissionen zur Überwachung der Menschenrechte sind personell und finanziell unzureichend ausgestattet und auf die Weiterleitung gut dokumentierter Menschenrechtsfälle angewiesen. Menschenrechtsgruppen auf der lokalen Ebene jedoch fehlt es an Wissen über die Funktionsweise dieser nationalen Menschenrechtsmechanismen.  

NETZ stärkt gemeinsam mit führenden Menschenrechtsorganisationen diese Menschen, für ihre Rechte zu kämpfen. Gleichzeitig ist NETZ Teil eines Netzwerks, das die rechtlichen Rahmenbedingungen so verbessern will, dass dort, wo Rechte verletzt werden, eine strafrechtliche Verfolgung gesichert ist.

Auch im 40. Jahr der Unabhängigkeit Bangladeschs bleibt der Zugang zu Grundrechten Millionen extrem armer Familien sowie Mädchen und Frauen verwehrt. Ain o Shalish Kendra und NETZ stärken diese Menschen darin, sich ihrer Rechte bewusst zu werden und für ihre Einhaltung zu kämpfen.

Kontakt

Kai Fritze

Projekt-Referent "Ein Leben lang Reis"
fritze@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 0 64 41 - 9 74 63-0

Recht auf Würde

Recht auf Würde

540 Euro machen einen Menschenrechtsrat mit 10 Mitgliedern ein ganzes Jahr lang stark.