Klimawandel in Bangladesch

Die ärmsten Menschen sind vom Klimawandel besonders hart betroffen. Steigende Temperaturen erwärmen die Weltmeere, ihr Wasser dehnt sich aus, der Meeresspiegel steigt. Das Abschmelzen der Gletscher und des Pol-Eises trägt zusätzlich zum Anstieg bei. Alle Küstengebiete weltweit sind bedroht. Doch in Bangladesch sind die Folgen dramatisch. Denn der größte Teil des Landes liegt nur wenige Meter über dem Meer. 

Das flache, äußerst fruchtbare Schwemmland hat schon immer viele Menschen ernährt. Mit dem Ansteigen des Wasserpegels im Golf von Bengalen wird die ganze Küstenregion überflutet und unbewohnbar werden. Dr. Atiq Rahman, aktueller Preisträger des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), geht von einem Anstieg des Meeresspiegels von 30-45 cm bis zum Jahr 2050 aus. „Dieser Anstieg wird verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem und die Trinkwasser- und Nahrungsversorgung in der Küstenregion haben“, sagt der besorgte Atiq Rahman im Gespräch mit NETZ. „Bis zu 25 Millionen Menschen werden zu Klimaflüchtlingen werden und gezwungen sein, eine neue Heimat zu suchen“. Aber im bevölkerungsreichsten Flächenstaat der Erde gibt es für sie keine Ausweichmöglichkeit. Und für den Bau von Deichen, die nur einen Teil der Küstenregion schützen könnten, fehlen in dem südasiatischen Land die Mittel. 

NETZ fordert deshalb eine entschlossene Politik zum Schutz des Klimas. Gemeinsam mit vielen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen mahnt NETZ, den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. NETZ-Mitarbeiter Peter Dietzel: "Durch Meeresspiegelanstieg und Überschwemmungen ist die Existenzgrundlage der Menschen bedroht, die ohnehin schon Not leiden. Dafür sind hauptsächlich die Industrieländer verantwortlich." 

Mohosina Begum erzählt: "Ich lebe mit meinem Mann und unseren vier Kindern direkt am Meer. Als ich sieben Jahre alt war, sind mein Vater und meine Mutter während des Wirbelsturms ertrunken. Die Fluten haben alles fortgerissen. Auch mein Mann musste seine Heimat, die Insel Kutubdia in der Bucht von Bengalen, verlassen. Irgendwo muss er ja sein Geld verdienen. Er ist Fischer. An manchen Tagen haben wir ein- oder zweimal zu essen. An anderen Tagen gar nichts. Die Kinder sind schwach, oft krank. Wir leben ständig mit der Angst. Wenn Sturmwarnung kommt, verlassen wir unser Haus. Ich habe keine Ahnung von Erderwärmung und Klimawandel. Wohin wir gehen sollen, wenn es unser Land wegschwemmt, weiß ich nicht. Lasst uns hier nicht ertrinken." 

Kontakt

Dirk Saam

Leitung Politischer Dialog
saam@remove-this.bangladesch.org
Tel.: 030 - 85 71 47 23

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